12/365 Stefan Stelthove, gedankensolo.de
sebsn.de: Wer bist du persönlich wenn du nicht vor dem Computer sitzt und bloggst oder podcastest?
Stefan Stelthove: Ich bin seit September mit meinem BWL-Studium fertig und arbeite seitdem im Marketing und der Kundenkommunikation eines IT-Dienstleisters für Banken.
…soviel zu meinem Leben zwischen 7:30 Uhr und ca. 16:00 Uhr…
In der übrigen Zeit wohne ich in Münster und versuche ich viel zu Reisen und viel herum zu kommen. Leider klappte das als Student besser als heute. (Dafür kann ich es mir heute eher leisten ;) )
Wenn ich weder arbeite noch reise bin ich, wenn auch nicht besonders erfolgreich, im Handball aktiv.
sebsn.de: Wo findet man deinen Blog und über welches Themengebiet bloggst du? Was bedeutet dein Blog für dich und was hat sich durch ihn verändert?
Stefan Stelthove: Ich blogge auf meinem, bei WordPress.com gehosteten, Gedankensolo. Ein konkretes Thema hat das Blog nicht. Es ist vielmehr eine Art (halb)persönliches Online-Notizbuch in das ich immer mal wieder Sachen schreibe, die mir über den Weg laufen. Meist sind das Geschichte aus dem Internet, der Wirtschaft, Politik oder was einem Tag ein Tag aus so begegnet.
Angefangen habe ich mit dem Bloggen bei der Erstellung meiner Diplomarbeit – wenn die Arbeit auch (fast) nicht mit dem Thema Blogging zu tun hatte. (Thema der Diplomarbeit war übrigens: “Die Bedeutung ausgewählter Marketinginstrumente unter besonderer Berücksichtigung elektronischer Kommuikationswege”.)
Ob sich viel verändert hat, kann ich nicht sagen. Auffallend ist aber, wie ich Informationen heute wahrnehmen und welche Informationen ich wahrnehme.
RSS ist eine tolle Erfindung: Mein Nachrichtenpool ist nicht mehr tagesschau.de oder spiegel.de – wie früher – sondern mein GoogleReader. Ich kann an einer Stelle die Nachrichten und Informationen bündeln, die mich interessieren. Verstärkt hat sich der Trend seit ein paar Monaten durch Twitter. Auch hier kann ich – in gewissen Maßen – den Informationsschwerpunkt selbst setzen.
Das Bloggen an sich bietet viele Möglichkeiten:
Man hat die Chance mit Freunden, Verwandten und Bekannten in Kontakt zu bleiben. Jedes Mal, wenn ich einige Zeit im Ausland verbracht haben (Auslandssemester in den USA, Praxissemester in Spanien, längere Reisen nach Australien, etc) bietet es zwei Vorteile: 1.) Ich kann meine Leute in der Heimat informieren und belustigen und 2.) ich halte Erinnerungen fest, die nicht auf Fotos, Videos oder über längere Zeit ins Gedächnis passen.
Außerdem kann man seine “eigene kleine Zeitung” spielen. Blogs, egal ob Spezial-Blogs oder allgemeine Blogs, bieten ein tolle Plattform für einen Blogger sich selbst auszudrücken und seine Meinung kund zu tun.
sebsn.de: Inwiefern denkst du, dass moderne Kommunikation die alten Medien (TV, Zeitung, Radio) verändert. Gerade im Bezug auf On-Demand Informationen?
Stefan Stelthove: Ich glaube das die klassischen Medien auch mittelfristig eine wichtige Rolle im Mediennutzungsverhalten der Leute spielen werden.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass die “Onliner” sich zu sehr in ihrer eigenen Welt umschauen und die “Offliner” ausblenden. Ich glaube daher kommen auch häufig die Untergangsszenarien für Verlage, etc. zustande. Man muss bei allem immer noch berücksichtigen, dass die überwiegende Anzahl der Menschen das Internet zwar nutzt, von diesen Menschen aber die absolute Mehrheit nur sehr sehr oberflächlich.
Richtig ist aber, dass sich die Art und Weise wie sich Konsumenten mit dem Thema Informationsbeschaffung und Unterhaltung auseinandersetzen, stark wandelt. Vor allem die jüngere Generation möchte nicht mehr gezwungen werden die Nachrichten um 20 Uhr zu schauen. Sie wollen autark bestimmen welche Sendung sie zu welchem Zeitpunk wo sehen/hören/wahrnehmen. Diese Entwicklung macht auch vor den Themenschwerpunkten nicht halt. Der Rezipient möchte die Schwerpunkte der konsumierten Nachrichten selbst bestimmen und gestalten. Mein Beispiel mit dem GoogleReader aus der vorangegangenen Frage ist auch hier wieder ein gutes Beispiel.
Diesem Trend werden sich auch die Zeitungen und Zeitschriften wie auch das Fernsehen und Radio anpassen müssen. TV Sender haben schon seit einiger Zeit On-Demand-Angebot im Programm (z.B. RTL NOW). Nachrichtenformate oder auch Zeitungen/Zeitschriften versuchen die Brücke ins Netz zu schlagen. Sei es durch die Einbindung von Blogs (z.B. FAZ mit “Das Fernsehblog”) in ihre Internetauftritte oder das Erstellen von Podcasts (z.B. FAZ, Deutsche Welle, etc.). Der neuste Weg scheint heute Twitter zu sein, Nachrichten zu kommunizieren. Ob BILD, Welt kompakt, Spiegel (oder die guten alten Westfälischen Nachrichten), all diese Formate nutzen Twitter um über einen zusätzlichen Kanal zusätzliche Leser zu generieren.
Schönes Interview, danke! :)
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