Einträge mit Tag: ‘Schäuble’

Umfragen und ihre Aussagekraft

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Golem berichtet, dass laut einer Umfrage des ZDF Politbarometers 57% der deutschen (zumindest 57% aus einer eventuell repräsentativen Grundgesamheit) für das BKA Gesetz und die umstrittene Online-Durchsuchung stimmen würden.

Jetzt kann man natürlich darüber streiten wie sehr man sich darüber aufregen will. Ich denke allerdings, dass bevor nicht herauskommt was genau gefragt wurde (Fragestellung) und wie gefragt wurde (Telefonumfrage, Straßenumfrage, etc) jegliche Aufregung vollkommen sinnlos ist.

Auch fraglich ist natürlich wieviel die Probanden von der Materie verstehen. Niemand ist dumm nur weil er sich nicht damit beschäftigt. Ich finde es immer schwierig gleich von Idioten zu sprechen ohne zu Wissen was die Meinung dieser Personen gebildet hat. Das muss nicht immer die Bildzeitung sein (@Webrocker ;)) Für jemanden der die Gefahren einer Onlinedurchsuchung nicht versteht und auch oft nicht verstehen kann (auch das hat nichts mit Intelligenz zu tun), ist sie natürlich nicht wirklich ein Problem.

Allerdings hoffe ich, dass die Entscheidungsträger in dieser Sache ein bisschen mehr Gehirnschmalz rein stecken als (vermutlich) die Probanden der Umfrage.

Dennoch ist es mal wieder "schön" zu sehen wie stark die Terroristenkeule wirklich ist. Vielleicht kann ich große, böse Firmen davon überzeugen, dass sie sicherer vor Anschlägen sind wenn sie ihr Geld einfach verteilen – an mich z.B.

Schäuble

Gedanken

Ich blogge die letzte Zeit nicht besonders oft, und wenn dann geht es um unseren Innenminister. Warum? Weil ich, wenn ich nicht generell Lust habe zu bloggen, das Blogge was mich aufregt. Schäuble schafft das ständig und langsam verliere ich sogar die Lust über Schäuble zu bloggen. Der Typ macht alles kaputt, die Demokratie, mein Vertrauen an die Menscheit, meine Lust zu bloggen und sowieso alles. Er ist an allem Schuld, er nervt und ist untragbar. Kann man nicht irgendwie ein Amtsenthebungsverfahren rechtfertigen?

Für alle die seriösere Posts zum Thema lesen wollen: Rivva.de

Wird am Ende doch alles gut?

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Das BKA- (Schäuble-) Gesetz scheint schliesslich doch noch zu kippen, weil einige Politiker wohl doch verstehen welche Konsequenzen ein solches hätte. Man sollte eine vermeindliche Sicherheit nicht mit Einschränkung der eigenen Freiheit kaufen. Will da jetzt auch nicht viel drüber schreiben… es wurde ja schon soviel geschrieben. Ich bin einfach froh das es sich schliesslich doch noch zum Guten zu wenden scheint.

In der Heilmann Wikimedia Affäre gibt es auch Neuigkeiten. Heilmann hat die Unterlassungsklage gegen Wikimedia zurückgezogen. Der Service steht zwar noch nicht wieder aber das scheint nur eine Frage der Zeit. Leider hat Heilmann durch diese Aktion seinen WIllen durchgeboxt (die fraglichen Passagen wurden aus den Wikipedia Artikel entfernt) und will weiterhin die Autoren der Artikel anklagen.

Ich will niemanden beschuldigen oder ihn der Lüge bezichtigen und ich kann durchaus verstehen, dass wenn die besagten Passagen wirklich nicht korrekt waren (was ich nicht objektiv beurteilen kann) eine UNterlassungsklage in den SInn kommt. Allerdings hat Heilmann sich und leider auch seine Partei ins Abseits gestellt. Er hat bewiesen, dass er weder über Medienkompetenz verfügt, noch dass er Impulsreaktionen widerstehen kann. Werden Abgeordnete in solchen Fragen nicht beraten? Vielleicht sogar von Leuten die Begriffe wie Streisand-Effekt kennen und sich mit der Eigendynamik des Internets auskennen?

Zu dem Thema gibt es auf Rivva sehr viele Quellen und Heilmanns Onlineidentität wird auf Jahre belegt sein. Und das war ja im Grunde das was er verhindern wollte. Was mich an vielen dieser Artikel stört ist die Verallgemeinerung die bezüglich der Partei passiert ist. Klar, ich finde eine solche Aktion MUSS Konsequenzen haben. So jemanden will ich nicht im Bundestag sitzen haben. Die Linke muss da reagieren. Aber das man aufgrund dieser Aktion einer ganzen Partei Demokratiefeindlichkeit vorwirft wie es Herr Knüwer im Handelsblatt Blog tut ist einfach dumm und populistisch. Ich will die Partei zwar diesbezüglich nicht verteidigen, aber ich finde die Fairness sollte erhalten bleiben. Schliesslich gibt es auch in anderen Parteien schwarze Schaafe welche auch nicht gleich den Untergang dieser Parteien einläuten. Schäuble ist nicht die CDU, Ypsilanti ist nicht die SPD und Heilmann ist nicht die Linke.

Interessant ist übrigens auch das Spendenaufkommen für Wikimedia. Dieses ist in den letzten beiden Tagen explodiert. Statt wie gewohnt 2000-4000€ täglich wurden in den letzten beiden Tagen je 16.000€ gespendet. Für Wikimedia scheint sich die ganze Sache also gelohnt haben. Das zeigt auch wie wichtig den Menschen dieser Service mittlerweile ist und welch großes Gerechtigkeitsempfinden sich in der ONline-Community gebildet hat.

Und noch eine letzte Gute Nachricht. Bye bye Nackt-Scanner wird werden dich nicht vermissen und hoffen deine Bekannschaft nich doch noch machen zu müssen – in manchen Ländern ist die geschürte Terrorangst schliesslich größer als bei uns.

Schäuble gegen den Terror: eine unendliche Geschichte

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Ja, es geht weiter. Immer weiter. Jetzt will der drollige kleine Mann die Nutzung des Internets durch Islamisten erschweren. Nicht das dieser heise Artikel viele Informationen gibt darüber was Schäuble wirklich vor hat – und das liegt vermutlich nicht an den heise-Redakteuren – aber was denkt der sich eigentlich? Wie will er das umsetzen?

Gibt ja schon ein paar Ideen da draussen. Ungefähr genauso realistisch wie zu denken mit einem “Yes I’m over 18″- Button die Minderjährigen von YouPorn und Co fernzuhalten. Und was ist das überhaupt für eine Aussage? Islamisten den Zugang zum Internet erschweren. Ich glaube bald bin ich einer… naja, zumindest werd ich wohl die gleichen Probleme mit dem Internet kriegen wenn Schäuble auch nur irgendwas aus seinem fehlgeleitetem Gehirn umsetzen darf. Er muss das Bundesverfassungsgericht schon hassen. Unhappy feelings…

11. September vorbei – Panikmache nicht

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So schlimm wie es auch war 2001 im Herz der Amerikanischen Wirtschaft, so sehr ich die Menschen die das getan haben verachte, was es bewirkt hat ist schlimmer. Ich will jetzt keine Verschwörungstheorien aufwärmen und deswegen gehe ich davon aus, dass der Angriff wirklich von Al Quaida kam und das wirklich niemand in den US Eliten darüber Bescheid wusste.

Wie auch immer es wirklich war, was die Politiker aller westlichen Länder daraus gemacht haben ist meisterhaft. Die Angst vor dem Terror ist ein Freifahrtsschein für die abstrusesten, orwellschstenen Auswüchse in der Sicherheitspolitik. Klar, ich erzähle hier nichts neues, aber ich denke jeder der es sagt und sich ausspricht macht’s richtig.

Schäuble und Co. können doch nicht ernsthaft alles mit der Angst vor dem Terrorismus begründen. Warum springt da niemand auf? Warum gibt es keine Massen auf den Straßen die (friedlich!) dagegen Demonstrieren. Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner… wenn es nicht so traurig und real wäre, könnte man darüber lachen. Vielleicht bin ich nicht informiert genug, vielleicht bin ich nicht ängstlich genug aber ich kann den Terrorismus als Grund für eine europa- bzw. weltweite Ausspähung und Speicherung von privaten Daten nicht akzeptieren.

Es ist nicht so, dass ich meine Daten nicht selber durch die Gegend schleudere, hier auf dem Blog, Google etc. – aber ich will das verdammt nochmal selbst entscheiden. Ich will nicht das meine Regierung irgendwann weiß wo ich bin, was ich eingekauft habe und mit wem ich befreundet bin.

Als damals herauskam das die Dokumente die zur Invasion des Iraks führten gefälscht waren, dachte ich: Bush ist weg vom Fenster. Es war für mich in diesem Moment klar, dass diese Regierung keine Zukunft hat und das es einen Erdrutsch in der politischen Welt geben wird, das die Gesellschaft aufschreien wird. Aber was ist passiert? Nichts, absolut nichts!

Auf Spiegel ist ein umfangreicher Artikel erschienen, welcher sich mit der Frage beschäftigt wie gefährlich Al Quaida wirklich ist. Spiegel hat zu dem Thema mehrere Experten befragt. Ich empfehle jedem den Artikel selbst zu lesen, hier aber der Satz der dem entspricht was ich denke:

Während die Bedrohung, die von al-Qaida ausgeht, durchaus real ist, ist die wahre Gefahr, die vom Terrorismus ausgeht, meiner Meinung nach jedoch eine andere – und zwar die Art und Weise, wie der Terror unsere Gesellschaften beeinflusst: Polarisierung, Fremdenfeindlichkeit und Angst vor Migranten sind schlimme Folgeerscheinungen des Terrorismus – und als Bedrohung größer als der Terror selbst. [Zitat Magnus Ranstorp]

Die Angst wird benutzt und missbraucht. Teilweise gewollt, da bin ich sicher und teilweise durch die Eigendynamik die Angst vor weiteren Anschlägen erzeugt. Der Rassismus in Deutschland und überall auf der Welt nimmt wieder zu und das muss bekämpft werden.

Aber der Punkt ist doch, dass egal wie grausam die Anschläge sind und wie furchtbar deren Folgen sind, die Staaten als ganzes müssen nicht vor dem Terrorismus geschützt werden. Dafür ist er zu schwach, er ist nicht in der Lage die Grundfesten der Demokratie zu erschüttern. Dies passiert aber wenn die Menschen die in ihr Leben immer dumm gehalten werden. Demokratie funktioniert nicht ohne Anteilnahme. Der richtige Weg wäre die Menschen diesbezüglich besser zu informieren und zu bilden. Wenn die Informationsdichte höher wird und ich wirklich wissen kann was los ist, kann ich mir eine bessere, fundiertere Meinung bilden.