Posts Tagged: Paulo Coelho

Urheberrecht *seufz*

Ich bin gerade über diesen höchst aktuellen Beitrag auf einen anderen etwas älteren gestoßen. Autor Paulo Coelho schreibt dort über seine Ansichten zum Thema S.O.P.A, den Stop Online Piracy Act. Besonders treffend finde ich zwei Zitate aus diesem Text die mir aus der Seele sprechen:

The good old days, when each idea had an owner, are gone forever.
First, because all anyone ever does is recycle the same four themes: a love story between two people, a love triangle, the struggle for power, and the story of a journey.
Second, because all writers want what they write to be read, whether in a newspaper, blog, pamphlet, or on a wall.

Das es hier natürlich nur um die Grundlegenden Elemente einer jeden guten Story geht ist klar, allerdings zeigt es sehr schön warum das Urheberrecht in der derzeitigen Form einfach veraltet ist. Eine Gesellschaft produziert Künstler die wiederum Kunst erschaffen (um das blöde Wort Produktion nicht nehmen zu müssen). Ich sehe es dann folglich ähnlich wie beim Thema der Reichensteuer. Niemand ist allein und rein aus eigener Kraft zu dem geworden was er ist. Die Gesellschaft und sein Umfeld haben ihm das ermöglicht (das gilt leider auch im Schlechten). Warum also sollte mein Werk so lange geschützt sein? Damit mein Grab später immer schöne Blumen bekommt und nicht verrottet? Das meine Kinder ausgesorgt haben? Nein, der einzige Grund ist, dass der Inhaber an meinen Werken auch weiterhin finanziell von diesem profitieren kann und das obwohl er eigentlich nur Verwertungsrechte haben sollte – er ist und soll ein Mittelsmann sein. Dieser Inhaber hat aber die Leistung die der Künstler erbracht hat eben nur gefördert und hat daher meiner Meinung nach kein Recht darauf zu profitieren wenn er nicht mehr in der Position als Vermittler zum Künstler steht. Der Punkt ist einfach jener: Der Nutzen für die Gesellschaft und die nachkommende Generation an Künstlern ist  viel größer wenn sie mit meinem Werk machen können was sie wollen. Vielleicht wird mein imaginärer Bestseller 30 Jahre nach meinem Tod von einem jungen Künstler aufgegriffen und es entsteht etwas neues. Vielleicht würde ich dieses Neue hassen. Trotzdem will ich das es möglich ist.

Klar will ich auch, dass es meinen imaginären Kindern gut geht und sie sich keine Sorgen machen müssen. Allerdings ist das meine imaginäre Aufgabe und nicht die meines Werkes. Wenn ich es zu meinen Lebzeiten nicht schaffe dafür zu sorgen dann ist das halt so. Da müssen  meine imaginären Kinder dann durch wenn Papa alles auf den Kopf gehauen hat.

Ui, jetzt bin ich ganz schön abgeschweift. Ich versuche dann mal wieder den Bogen zum großartigen Paulo Coehlo zu schlagen der mir so aus dem Herzen spricht:

‘Pirating’ can act as an introduction to an artist’s work. If you like his or her idea, then you will want to have it in your house; a good idea doesn’t need protection*.

The rest is either greed or ignorance

*Hervorhebung von mir

Ich will gar nicht alles umsonst haben. Darum geht es mir und vielen anderen in dieser Diskussion nicht. Ich sehe aber nicht ein, dass jemand ein Recht darauf fordert mit seinen Ideen Geld zu verdienen. Darauf kann es kein Recht geben. Das immer wiederkehrende Argument, dass Kunst stirbt wenn niemand dafür bezahlt ist eben auch nur maximal halb wahr. Wenn ich etwas allein aus dem Grund mache Geld zu verdienen und das klappt nicht, muss ich mir an die eigene Nase fassen. Die Musikindustrie z.B. bläht manche Künstler so stark auf und ermöglicht ihnen ein so schwindelerregendes Einkommen, dass es doch kein Wunder ist das viele kleine Künstler Probleme haben. Anders als eine digitale Kopie, sind die finanziellen Mittel einer Gesellschaft für Kunst Geld auszugeben endlich.

Es gibt Unmengen an Künstlern, Musikern, Autoren und Maurer die es verdient hätten für ihre Arbeit fair entlohnt zu werden. Aber was ist fair? Wie Paulo Coelho schon sagt: Wenn mir etwas so nahe geht, ich etwas so gerne habe, dann ist es mir eine innere Pflicht denjenigen dafür zu entlohnen. Leider, oder zum Glück(?), werden solche Werke selten von Menschen geschaffen die vor allem Geld mit dem verdienen wollen was sie tun. Da fehlt dann wohl einfach ein Quäntchen Realität.

PS: Obwohl Coelho immer wieder sagt “pirate all my books” habe ich bisher für jedes von ihm bezahlt. Komisch, ne?

Read more