Einträge mit Tag: ‘Killerspiele’

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Killerspiele und Kinderpornographie

, , Internet und Technik, Politik

Bei der Recherche zum Thema “Killerspiele in den Medien im Kontrast zu wissenschaftlicher Erkenntnis” für einen Vortrag an der Uni bin ich auf einen alten (2005) Artikel der Zeit gestoßen. In der Reihe “Zeit Zünder” spricht der damalige bayrische Innenminister Günther Beckstein über sein Anliegen, “Killerspiele” unter ein Totalverbot zu stellen.

Ein Großteil junger Menschen bezieht sich die Spiele ohnehin aus dem Netz.

Das ist richtig, aber schauen Sie sich das Thema Kinderpornographie an. Auch hier ist heute das vorwiegende Medium das Internet und trotzdem greift das Verbot. Kinderpornographische Angebote werden wegen ihrer Strafbarkeit viel weniger genutzt, als wenn sie frei auf dem Markt verfügbar wären.

Quelle: http://zuender.zeit.de/2005/48/beckstein

Ich will nicht zuviel herauslesen aber ich finde es schon amüsant, dass das aktuell geltende Gesetz bei Kinderpornographie damals noch eine Vorbildfunktion in Becksteins Argumentation darstellt.

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Ihr seid alle Amokläufer!

, , , Allgemeines

Laut SPIEGEL geht der psychiatrische Gutachter Reinmar du Bois davon aus, dass die Ego-Shooter-Spiele, mit denen sich Tim K. beschäftigte, Einfluss auf das spätere Tatgeschehen hatten. Du Bois teilt den Amoklauf in zwei Phasen ein. In einer ersten Phase habe Tim K. seine “Counter-Strike”-Erfahrungen in die Realität umgesetzt.

Seine spätere Flucht vor der Polizei und die Geiselnahme mit vorgehaltener Pistole gleicht dem Gutachter zufolge “dem Handlungsschema aus ‘Far Cry 2′”. Geiseln kann der Spieler in “Far Cry 2″ allerdings nicht nehmen. [quelle]

Was ist denn das wieder für ein himmelschreiender Blödsinn? Es mag ja sein, dass Tim K. ein Typ war der durch Shooter aggressiver wurde und sich aufgeputscht hat, aber dass er mit einem Computerspiel einen Amoklauf plant ist einfach nich drin. Wie soll er denn seine Counter-Strike Erfahrungen in die Realität umsetzen? Ich wüsste nicht wie das geht. Das er in den Kopf schiesst kann er genausogut aus ca. 3000 Filmen haben – dass er den Kopf überhaupt trifft ist erstens in der Diskussion relativ egal und zweitens ein Problem der Schützenvereine.

Der zweite zitierte Absatz ist dann schon so entfernt von jeder Realität das ich garnicht weiss was ich sagen soll. Die Geiselnahme von Tim K. gleicht also einer Geiselnahme aus Far Cry2 in dem eine Geiselnahme gar nicht möglich ist. Was denn nun? Der Artikel ist also entweder schlecht geschrieben oder der Gutachter hat da was verwechselt. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Da wurde es sich doch wieder einfach gemacht. Dieses Szenario lässt sich auf Filme, Bücher, Spiele und selbst beim zuschauen auf dem Spielplatz wiederfinden – schuldig sind Counter-Strike und Far Cry2? Das scheint mir als gezielte Propaganda gegen populäre Jugendkultur. Schande…

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