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Können Verlage im Web erfolgreich sein?

Deutsche Verlage haben mehr oder weniger geschlossen entschieden, dass das Internet böse ist. Der Feind. Denn, da kann man kein Geld verdienen und die Leser wollen nicht für die Inhalte bezahlen. Die Reaktion auf diese “Erkenntnis” findet ihren Höhepunkt in der Hamburger Erklärung unter der Schirmherrschaft von Hubert Burda. Die Netzgemeinde hat die Verlage in der jetzigen Form totgesagt und das ein neues Geschäftsmodell gefunden werden muss, tönt aus allen Kanälen. Die Suche nach diesem, zum Erfolg verdammten Geschäftsmodell erweist sich augenscheinlich als schwierig. Warum?

Verlage haben den Zweck Inhalte, die von eigens angestellten oder freien Journalisten erstellt wurden zu verwerten. Sie nehmen also ein Rohprodukt und schaffen etwas, das veröffentlich werden kann. Soweit so unklar. Denn, eigentlich sind journalistische Erzeugnisse keine Rohprodukte die veredelt werden müssen. Sie müssen lediglich populär platziert werden um die potentielle Leserschaft zu erreichen. Bis heute ist die bevorzugte Methode der Veröffentlichung das Papier. Etwas schwarzes auf weissem Papier ist eine Instanz, die nicht nur zu selten hinterfragt wird, sondern auch nicht mehr zeitgemäß ist. Ein Journalist ist aber heute, dank dem Feind, in der Lage seine Erzeugnisse selbst zu veröffentlichen. Ein Verlag ist einfach nicht notwendig.

Der DJV, welcher sich mir unverständlicherweise auf die Seite der Verlage gestellt hat, müsste diese Chance erkennen. Eine Chance die den freien Journalismus wie niemals zuvor fördern wird. Die Pressefreiheit wird nicht mehr die Meinung derer sein, die über die Mittel verfügen Tinte auf Papier zu drucken.

Es sollte also nicht darum gehen ein neues Geschäftsmodell für die Verlage zu finden um den Qualitätsjournalismus zu retten. Davon profitieren nämlich nur die Verlage und nicht die Journalisten selbst. Es muss viel mehr darum gehen Wege zu finden die Schreiber direkt und ohne Verwerter zu entlohnen. Musiker haben bereits gezeigt, dass es funktionieren kann. Qualität setzt sich durch, egal ob Stern oder .de draufsteht.

Der Schritt für einen bei einem Verlag angestellten Journalisten ist natürlich ein schwieriger. Er muss lernen mit der Technik umzugehen, oder sich gegebenenfalls helfen lassen. Er muss sich selbst vermarkten. Das klingt schwierig und beängstigend. Allerdings überwiegen die Vorteile bei weitem. Jeder kann das tun was ihn begeistert, was ihm Spass macht, was ihn erfüllt. Ohne den ständigen Druck im Rücken eine Zielgruppe zu bedienen. Ein Journalist kann sich EINE Zielgruppe erstellen anstatt die der jeweiligen Zeitung zu bedienen. Individualität!

Wenn sich mehr Journalisten trauen ihr Können einzusetzen werden sich Wege finden, die Erzeugnisse zu entlohnen. Fair- und nicht bestimmt durch einen Mittelsmann.

Verlage sind tot – es lebe der Journalismus.

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Gegendarstellungen und Widerrufe im Fokus

Täglich passiert es in Tageszeitungen, Magazinen – ob Print oder Online, dass Artikel geschrieben werden die später aus vielfältigen Gründen widerrufen werden müssen. Falschmeldungen, Lügen oder schlicht unfreiwillige Fehlinformationen. Die Zeitung oder das Magazin ist dann verpflichtet einen Widerruf oder eine Gegendarstellung zu veröffentlichen. Leider wird diese so gut wie immer – wenn sie nicht gerade Skandalpotential hat – unpopulär positioniert. Der Schaden durch die falsche Meldung ist bereits entstanden und wird auch nicht wieder aufgehoben.

Um dieses Problem zu lösen müssten Widerrufe immer exakt genauso populär platziert werden wie die ursprüngliche Meldung. Wenn jetzt eine Zeitung, nennen wir sie mal Büld, auf der ersten Seite Unwahrheiten verbreitet, müsste sie das Risiko eingehen eine eventuelle Gegendarstellung ebenso populär veröffentlichen zu müssen.

Das werden die Zeitungen natürlich nicht machen und mit Gesetzen tue ich mich generell eher schwer. Aber die Praxis die zur Zeit herrscht ist auch keine Lösung.

Viele dieser Fälle, in denen Gegendarstellungen notwendig sind passieren, da schlecht oder gar nicht recherchiert wurde. Das Risiko ist zu klein und der Gewinn durch eine halbgar recherchierte Skandalmeldung zu groß. Wenn man über Qualitätsjournalismus reden will muss man auch hier ansetzen. Der Gewinn – sowohl für den Leser aber auch finanziell für den Journalisten (nicht den Verlag) – muss größer sein, wenn der Artikel durchdacht und ordentlich recherchiert wurde.

Was haltet ihr von der Idee? Ist so ein Ding das mir die letzten Wochen im Kopf umherschwirrt und größtenteils auf fixen Ideen beruht, daher brauche ich diesbezüglich Feedback – besonders von Menschen die sich in Materie und Praxis besser auskennen als ich.

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