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StreetView und die Privatisierung des öffentlichen Raums

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Die vielen Skandalmeldungen der letzten Tage bezügliche Google StreetView und den WLAN Daten sind intensiver als ich es gedacht hatte. Im Grunde dachte ich, wird da etwas zum Skandal aufgebauscht was eigentlich gar keiner ist. Nach reiflicher Überlegung sehe ich das noch immer so.

Ich hatte auf Twitter gefragt was an StreetView jetzt eigentlich so schlimm ist und ob ich das Problem vielleicht nicht verstanden habe.

@KonstantinNotz hat mir daraufhin folgendes geantwortet:

Google StreetView privatisiert also den öffentlichen Raum? Das klingt so als würde Google uns, also der Gesellschaft, diesen öffentlichen Raum wegnehmen. Das tun sie aber nicht. Ich habe noch immer alle Rechte die ich auch vorher hatte. Google hat keine Exklusivrechte auf Fotos von Häuserfronten.  Das einzige was Google hier macht, ist mein Leben zu vereinfachen indem sie mir MEINEN öffentlichen Raum einfacher verfügbar machen. Das sie damit Geld verdienen ist klar. Aber das ist auch nicht schlimm. Privatisierung ist dafür noch dazu der völlig falsche Begriff. Privatisierung ist eine “Überführung öffentlichen Eigentums in private Hände.” (Wikipedia) Bei Google StreetView ändern sich jedoch die Besitzverhältnisse des öffentlichen Raums nicht und damit handelt es sich auch keinesfalls um eine Privatisierung dieses Raums.

Wenn der Staat nun die Rechte von Google einschränkt, etwa über Einschränkung der Panoramafreiheit, werden WIR eingeschränkt. Erst dann kommt es zu der Konstellation, dass der öffentliche Raum eben nicht mehr der Gesellschaft gehört, sondern denen die im Haus nebenan wohnen.

Soviel erstmal zu StreetView selbst. Der eigentliche Skandal, bzw. das MöchtegernSkandal rankt sich um das mitschneiden der öffentlichen WLAN Daten. Dabei muss ich persönlich erstmal sagen, dass ich es erstaunlich finde wie offen Google mit diesem Problem umgegangen ist. Wir haben also ein paar 100 Gigabyte Datenmüll den Google, angeblich ausversehen, während ihrer Kartographiearbeit aufgeschnappt hat. Das dieses Versehen auch wirklich ein Versehen gewesen sein kann und die Daten technisch unproblematisch sind, erklärt Kristian Köhntopp in seinem Blog (er hat auch einen Flattr-Button – nur so als Hinweis).

In Deutschland sprechen wir alle wieder vom bösen Google und seinen Verfehlungen. Schon fast Gebetsmühlenartig wird versucht und weiszumachen, dass man Google keinesfalls vertrauen darf. Und damit haben sie Recht! Es ist aber heuchlerisch im selben Zusammenhang ständig Vertrauen zu erwarten wenn es um staatliche Daten-Sammelwut geht. Während Google mit den Problemen relativ offen umgeht, versucht unser Staat sovie wie möglich hinter verschlossenen Türen zu machen. Zudem sind die Daten die Google erhebt vergleichsweise lächerlich mit denen die durch die Vorratsdatenspeicherung anfallen.

Wir haben beim Thema Datenschutz einfach weitaus größere Probleme als Google StreetView und das sollte sich auch in der Medienlandschaft widerspiegeln.

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Social Media Nutzung in Non Profit Organisationen und cch09

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Ich will eine kleine Ideensammlung anlegen und einen Nachtrag zu dem Vortrag auf dem Convention Camp 09 in Hannover, den ich zusammen mit Katrin Kiefer und Matthias Metze gehalten habe, liefern. Katrin hatte ihre Masterarbeit vorgestellt in der es vor allem um die Social Media Nutzung der großen Organisationen ging. Die Präsentation sowie weitere Informationen zu ihrer Arbeit findest du auf ihrer Seite. Nach ihrem Vortrag haben wir über Probleme und Möglichkeiten neuer Kommunikationskanäle wie Twitter und Blogs diskutiert.

Kein alter Wein in neuen Schläuchen

Der Kommunikationskanal ist ausschlaggebend für die richtige Art der Kommunikation. Man kann hier zwischen synchronen und asynchronen Kanälen unterscheiden. Für Kanäle wie TV oder Zeitungen sind Pressemitteilungen beziehungsweise generell Nachrichten die keinen zusätzlichen Kommunikationaufruf bedürfen die richtige Wahl, da nur eine asynchrone Kommunikation möglich ist. Wenn keine Möglichkeit besteht auf die Nachricht zu reagieren muss diese auch nicht Kommunikationsfördernd sein. Es gibt in asynchronen Medien eine klare Hierarchie zwischen Sender und Empfänger.

Anders verhält es sich mit  synchronen Kanälen wie Twitter. Auf Nachrichten kann geantwortet werden, sie kann ReTweeted werden und verteilt sich sich auf diese Art und Weise. Ein positiver Effekt wird erreicht, wenn mit Kommunikationsfördernden Nachrichten gearbeitet werden. Jeder Nutzer des Angebots ist ein Multiplikator. In der Theorie können 10 aktive Twitterfollower effektiver sein als 200 passive Leser.

Die Hierarchiche Struktur ist in synchronen Kommunikationskanälen aufgehoben. Da es keine klare Trennung zwischen Sender und Empfänger gibt, stehen beide auf der gleichen Stufe. Es ist also nötig, die Art und Weise der Kommunikation an diese Begebenheit anzupassen. Nachrichten in Social Media Diensten, dürfen nicht wie eine Pressemitteilung klingen sondern sollten zumindest ein wenig “menscheln”.

Social Media kostet Zeit

Eine Frage die häufig gestellt wird ist die nach Kosten und Nutzen. Wieviel Zeit muss ich aufbringen und vor allem wie überzeuge ich die Entscheidungsträger, dass Social Media eine gute Idee ist.

Gerade für kleine Gemeinschaften ist der zusätzliche Zeitaufwand schwer zu bewältigen. Diese beiden Punkte – Überzeugung und Zeitaufwand – sind eng miteinander Verknüpft. Wird der Nutzen erkannt, wird es einfach die nötige Zeit aufzuwenden. Das Zeitargument ist nicht entscheidend wenn das Interesse in der gesamten Organisation besteht.

Eine kleine Entscheidungshilfe findest du auf der Seite von OpenSource PR.

Was hälst du von den aufgestellten Thesen und welche Erfahrungen hast du gemacht? Gibt es bereits Erfolgsgeschichten? Alles rein in die Kommentare! :)

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Persönlichkeit oder Dachorganisation

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Einen interessanten Unterschied in der Diskussion um Leistungsschutzrecht sehe ich in der Idee, dass überhaupt mehr geschützt werden muss als das Recht des Kulturschaffenden. Das ist der Journalist und nicht der Verlag. Denn im Prinzip ist die Zeitung – wie das Internet – nur ein Trägermedium, welches die Verbreitung des Kulturguts Text ermöglicht.

Im Internet ist nun die Bindung zwischen Text und Journalist viel größer. Die Leser lesen eben nicht nur Netzpolitik sondern vor allem auch Markus Beckedahl. Das Beispiel Stefan Niggemeier ist natürlich ebenfalls gültig. Das heißt, dass ich viel eher ein Gefühl dafür bekommen wessen Erzeugnis ich gerade lese. Diese sind dabei auch nur sich selbst verpflichtet.

In klassischen Medien ist das meist anders. Man liest die Zeit, den Spiegel, die Bild. Eine richtige Bindung zum Kulturschaffenden gibt es kaum.

Was ist euch lieber? Wollt ihr wissen von wem ihr Inhalte konsumiert oder ist euch das egal? Ich denke, dass es einen Unterschied ausmacht und ich einem Journalisten den ich “kenne” eher einen Vertrauensvorschuss gebe als einem mir unbekannten freien Journalisten in der Welt.

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Ist Blog lesen im Mainstream angekommen?

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Tumblr-Served-255-Million-Pageviews-in-July-3Venture Capitalist Fred Wilson stellt die These auf, dass aufgrund aktueller Zugriffszahlen auf blogger.com oder tumblr das Lesen von Blogs mittlerweile zu einem Massenmedium geworden ist.

Blogger.com hat laut Comscore zwischen 200 und 300 Millionen Unique User pro Monat – das ist schon eine Hausnummer. Auch das viel jüngere Tumblr weist beeindruckende Zahlen auf – siehe Grafik.

Den dritten “Beweise” liefert Wilson mit den Zahlen der Kommentarplattform Disqus, die ich in diesem Blog verwende. Auf die von Disqus “unterstützten” Blogs verirren sich monatlich 60 Millionen Nutzer.

Mein erster Gedanke als ich die beiden Worte Blog und Mainstream in einem Atemzug gelesen habe waren: WTF? Auf welchen Drogen ist der Mann. Klar, ich habe nun mal die deutsche Perspektive und hier sind Blogs ja nur unqualifizierte Ausgüsse der Generation _*Upload/Google/Facebook/StudiVZ/GangsterRap/Yoghurt_*.

Ich würde mir wünschen wenn in Deutschland wenigstens der Weg geebnet würde um Blogs den Weg in den Mainstream zu eröffnen – davon sind wir weit entfernt – sehr, sehr weit.

Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weitergeht. In den USA gibt es ja durchaus Gründe anzunehmen, dass Blogs tatsächlich im Mainstream angekommen sind, werden sie doch mittlerweile zitiert und öffentlich als Informationsquelle anerkannt.

Allerdings muss man auch sehen, dass Wilson VC Gruppe Anteilseigner an sowohl Tumblr als auch Disqus ist. Vollkommen neutral ist das auf keinen Fall.

Quelle: avc.com

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Können Verlage im Web erfolgreich sein?

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Deutsche Verlage haben mehr oder weniger geschlossen entschieden, dass das Internet böse ist. Der Feind. Denn, da kann man kein Geld verdienen und die Leser wollen nicht für die Inhalte bezahlen. Die Reaktion auf diese “Erkenntnis” findet ihren Höhepunkt in der Hamburger Erklärung unter der Schirmherrschaft von Hubert Burda. Die Netzgemeinde hat die Verlage in der jetzigen Form totgesagt und das ein neues Geschäftsmodell gefunden werden muss, tönt aus allen Kanälen. Die Suche nach diesem, zum Erfolg verdammten Geschäftsmodell erweist sich augenscheinlich als schwierig. Warum?

Verlage haben den Zweck Inhalte, die von eigens angestellten oder freien Journalisten erstellt wurden zu verwerten. Sie nehmen also ein Rohprodukt und schaffen etwas, das veröffentlich werden kann. Soweit so unklar. Denn, eigentlich sind journalistische Erzeugnisse keine Rohprodukte die veredelt werden müssen. Sie müssen lediglich populär platziert werden um die potentielle Leserschaft zu erreichen. Bis heute ist die bevorzugte Methode der Veröffentlichung das Papier. Etwas schwarzes auf weissem Papier ist eine Instanz, die nicht nur zu selten hinterfragt wird, sondern auch nicht mehr zeitgemäß ist. Ein Journalist ist aber heute, dank dem Feind, in der Lage seine Erzeugnisse selbst zu veröffentlichen. Ein Verlag ist einfach nicht notwendig.

Der DJV, welcher sich mir unverständlicherweise auf die Seite der Verlage gestellt hat, müsste diese Chance erkennen. Eine Chance die den freien Journalismus wie niemals zuvor fördern wird. Die Pressefreiheit wird nicht mehr die Meinung derer sein, die über die Mittel verfügen Tinte auf Papier zu drucken.

Es sollte also nicht darum gehen ein neues Geschäftsmodell für die Verlage zu finden um den Qualitätsjournalismus zu retten. Davon profitieren nämlich nur die Verlage und nicht die Journalisten selbst. Es muss viel mehr darum gehen Wege zu finden die Schreiber direkt und ohne Verwerter zu entlohnen. Musiker haben bereits gezeigt, dass es funktionieren kann. Qualität setzt sich durch, egal ob Stern oder .de draufsteht.

Der Schritt für einen bei einem Verlag angestellten Journalisten ist natürlich ein schwieriger. Er muss lernen mit der Technik umzugehen, oder sich gegebenenfalls helfen lassen. Er muss sich selbst vermarkten. Das klingt schwierig und beängstigend. Allerdings überwiegen die Vorteile bei weitem. Jeder kann das tun was ihn begeistert, was ihm Spass macht, was ihn erfüllt. Ohne den ständigen Druck im Rücken eine Zielgruppe zu bedienen. Ein Journalist kann sich EINE Zielgruppe erstellen anstatt die der jeweiligen Zeitung zu bedienen. Individualität!

Wenn sich mehr Journalisten trauen ihr Können einzusetzen werden sich Wege finden, die Erzeugnisse zu entlohnen. Fair- und nicht bestimmt durch einen Mittelsmann.

Verlage sind tot – es lebe der Journalismus.

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