Archiv für ‘Gedanken’ Kategorie

0

Können Verlage im Web erfolgreich sein?

, , , Gedanken, Internet und Technik, Medien

Deutsche Verlage haben mehr oder weniger geschlossen entschieden, dass das Internet böse ist. Der Feind. Denn, da kann man kein Geld verdienen und die Leser wollen nicht für die Inhalte bezahlen. Die Reaktion auf diese “Erkenntnis” findet ihren Höhepunkt in der Hamburger Erklärung unter der Schirmherrschaft von Hubert Burda. Die Netzgemeinde hat die Verlage in der jetzigen Form totgesagt und das ein neues Geschäftsmodell gefunden werden muss, tönt aus allen Kanälen. Die Suche nach diesem, zum Erfolg verdammten Geschäftsmodell erweist sich augenscheinlich als schwierig. Warum?

Verlage haben den Zweck Inhalte, die von eigens angestellten oder freien Journalisten erstellt wurden zu verwerten. Sie nehmen also ein Rohprodukt und schaffen etwas, das veröffentlich werden kann. Soweit so unklar. Denn, eigentlich sind journalistische Erzeugnisse keine Rohprodukte die veredelt werden müssen. Sie müssen lediglich populär platziert werden um die potentielle Leserschaft zu erreichen. Bis heute ist die bevorzugte Methode der Veröffentlichung das Papier. Etwas schwarzes auf weissem Papier ist eine Instanz, die nicht nur zu selten hinterfragt wird, sondern auch nicht mehr zeitgemäß ist. Ein Journalist ist aber heute, dank dem Feind, in der Lage seine Erzeugnisse selbst zu veröffentlichen. Ein Verlag ist einfach nicht notwendig.

Der DJV, welcher sich mir unverständlicherweise auf die Seite der Verlage gestellt hat, müsste diese Chance erkennen. Eine Chance die den freien Journalismus wie niemals zuvor fördern wird. Die Pressefreiheit wird nicht mehr die Meinung derer sein, die über die Mittel verfügen Tinte auf Papier zu drucken.

Es sollte also nicht darum gehen ein neues Geschäftsmodell für die Verlage zu finden um den Qualitätsjournalismus zu retten. Davon profitieren nämlich nur die Verlage und nicht die Journalisten selbst. Es muss viel mehr darum gehen Wege zu finden die Schreiber direkt und ohne Verwerter zu entlohnen. Musiker haben bereits gezeigt, dass es funktionieren kann. Qualität setzt sich durch, egal ob Stern oder .de draufsteht.

Der Schritt für einen bei einem Verlag angestellten Journalisten ist natürlich ein schwieriger. Er muss lernen mit der Technik umzugehen, oder sich gegebenenfalls helfen lassen. Er muss sich selbst vermarkten. Das klingt schwierig und beängstigend. Allerdings überwiegen die Vorteile bei weitem. Jeder kann das tun was ihn begeistert, was ihm Spass macht, was ihn erfüllt. Ohne den ständigen Druck im Rücken eine Zielgruppe zu bedienen. Ein Journalist kann sich EINE Zielgruppe erstellen anstatt die der jeweiligen Zeitung zu bedienen. Individualität!

Wenn sich mehr Journalisten trauen ihr Können einzusetzen werden sich Wege finden, die Erzeugnisse zu entlohnen. Fair- und nicht bestimmt durch einen Mittelsmann.

Verlage sind tot – es lebe der Journalismus.

1

Gegendarstellungen und Widerrufe im Fokus

, , , Gedanken, Medien

Täglich passiert es in Tageszeitungen, Magazinen – ob Print oder Online, dass Artikel geschrieben werden die später aus vielfältigen Gründen widerrufen werden müssen. Falschmeldungen, Lügen oder schlicht unfreiwillige Fehlinformationen. Die Zeitung oder das Magazin ist dann verpflichtet einen Widerruf oder eine Gegendarstellung zu veröffentlichen. Leider wird diese so gut wie immer – wenn sie nicht gerade Skandalpotential hat – unpopulär positioniert. Der Schaden durch die falsche Meldung ist bereits entstanden und wird auch nicht wieder aufgehoben.

Um dieses Problem zu lösen müssten Widerrufe immer exakt genauso populär platziert werden wie die ursprüngliche Meldung. Wenn jetzt eine Zeitung, nennen wir sie mal Büld, auf der ersten Seite Unwahrheiten verbreitet, müsste sie das Risiko eingehen eine eventuelle Gegendarstellung ebenso populär veröffentlichen zu müssen.

Das werden die Zeitungen natürlich nicht machen und mit Gesetzen tue ich mich generell eher schwer. Aber die Praxis die zur Zeit herrscht ist auch keine Lösung.

Viele dieser Fälle, in denen Gegendarstellungen notwendig sind passieren, da schlecht oder gar nicht recherchiert wurde. Das Risiko ist zu klein und der Gewinn durch eine halbgar recherchierte Skandalmeldung zu groß. Wenn man über Qualitätsjournalismus reden will muss man auch hier ansetzen. Der Gewinn – sowohl für den Leser aber auch finanziell für den Journalisten (nicht den Verlag) – muss größer sein, wenn der Artikel durchdacht und ordentlich recherchiert wurde.

Was haltet ihr von der Idee? Ist so ein Ding das mir die letzten Wochen im Kopf umherschwirrt und größtenteils auf fixen Ideen beruht, daher brauche ich diesbezüglich Feedback – besonders von Menschen die sich in Materie und Praxis besser auskennen als ich.

3

Ich könnte kotzen, weinen und schreien…

, , , , Gedanken, Internet und Technik, Politik

Die Überschrift tut mir jetzt schon leid aber mal ehrlich. Ich kanns einfach nicht fassen was unsere Politiker heute von sich gegeben haben. Wenn ich drüber nachdenke wie um alles in der Welt solch eine totale Unwissenheit zustande kommen kann, platzt mir der Kopf. Wie kann es sein, dass 50.000+ Unterzeichner der Online Petition gegen die Sperrung von Internetseiten durch das BKA von einem ‘führenden’ Politiker als Pro-Pädophile bezeichnet werden. Das schlimmste daran ist noch dieses widerliche, süffisante Grinsen, dass er auf den Lippen hat.

YouTube Preview Image

Um was geht es hier? Ich werde es nicht nochmal schreiben denn es wurde schon tausendfach geschrieben (sehr gut z.B. hier). Auch auf Rivva ist es das zur Zeit herrschende Thema und das zu Recht. Ich frage mich nur was es noch bringen soll. Ich will nicht pessimistisch sein aber es gibt hier doch nur zwei Möglichkeiten. Entweder es herrscht eine grassierende Verblödung und Dummheit in gewissen Kreisen oder, und ich will es nicht hoffen, es steckt ‘mehr’ dahinter.

Bin ich als Unterzeichner verdächtig? Nach heutigen Stimmen zu urteilen muss ich das bejahen… und naja, mir egal macht doch!  Ich sollte eigentlich nicht schreiben. Ich könnte wirklich kotzen, weinen und schreien gleichzeitig. ICh bin eifnach fassungslos. Ich kann und will es einfach nicht glauben – aber ich muss wohl. :/ Jemand noch ‘ne Idee?

PS: Wehe ich erwische jemanden, der noch nicht unterzeichnet hat. Wäre ‘ne Million(1.000.000) nicht schön? Ich weiss… aber man darf ja noch Träume haben,oder?

Noch’n paar Lesetipps:

0

Terry Pratchetts Kampf gegen Alzheimer

, Gedanken, Internet und Technik

Terry Pratchett (60), 2007 an Alzheimer erkrankt, kämpft mit allen Mitteln gegen die Krankheit. Erst kürzliche wurde der vielleicht berühmteste und beste Fantasy-Autor unserer Zeit zum Ritter geschlagen. Am bekanntesten ist er für seine Scheibenwelt Romane. Wenn es nach mir ginge… ich würde gerne noch in seinem Alter Bücher von ihm lesen. Interessant für den Blog wird das Thema aber vor allem durch die Methoden, mit denen er versucht der Krankheit Herr zu werden.

Terry Pratchett (dailymail.co.uk)

Terry Pratchett (dailymail.co.uk)

Dieser Helm ist ein so genannter Anti-Demenz-Helm; er muss täglich für 10 Minuten getragen werden und soll durch Infrarotstrahlen die Bildung von neuen Gehirnzellen anregen.

Das klingt zwar in der Theorie sehr gut, hat aber bisher nur bedingt Wirkung gezeigt. Die Krankheit habe sich zwar nich verschlimmert, eine Besserung konnte nicht erreicht werden.

Ich wünsche Terry Pratchett alles gute… und an alle: Macht was gegen diese Krankheit.

Alzheimer’s disease

Terry Pratchett



1

iTunes ist DRM – frei! -> Freiheit?

, Gedanken, Internet und Technik, Musik

Laut einem Bericht von cnet.net, wird zwar bereits ein Großteil der Musik aus dem iTunes Store ohne Kopierschutz (DRM) ausgeliefert, dennoch werden in den Dateien Daten gespeichert.

Nicht nur, dass die nachträgliche “DRM-Bereinigung” bares Geld kostet, nein, es gibt auch weitere Probleme mit dem neuen iTunes Plus Programm.

1. Die Dateien sind weiterhin keine MP3-, sondern AAC-Dateien. Mobile Musikplayer (um das Wort MP3-Player zu vermeiden), die keine AAC Dateien unterstützen, müssen die Dateien erst konvertieren (das geht allerdings in iTunes).

2. In jedem Stück, das heruntergeladen wird, ist die bei Apple registirierte E-Mailadresse eingebettet. Geraten diese Dateien in Filesharing Netzwerke, können die Dateien zum Ursprünglichen Besitzer zurückverfolgt werden.

Trotzdem ist der Schritt von Apple einer in die richtige Richtung. So können nicht mehr ausschliesslich iPods zum hören der Musik aus dem Apple-Store verwendet werden. Gerade in Deutschland, wo AmazonMP3 noch nicht gestartet ist, für viele Benutzer gold wert.

Wie sieht das rechtlich aus? Kann ich diese persönlichen Informationen aus den Dateien entfernen? Dafür könnte ein Programm geschrieben werden.

Was meint ihr?

blogoscoop