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Videoüberwachung auf der Reeperbahn

Was lange ersichtlich war wird langsam auch den Langsamsten klar. Videoüberwachung bringt gar nichts. Normalerweise führt Videoüberwachung ja zu einer Vertreibung der Kriminalität in Ecken in denen eben nicht überwacht wird. Auf der Reeperbahn scheint das anders zu sein. Hier nimmt die Kriminalität einfach mal direkt um ein Drittel zu.

Tja wo soll die Reeperbahnkriminalität auch hin? Die meisten dieser Straftaten sind vermutlich von Besoffenen ausgeübt worden und die kümmern sich wahrscheinlich ‘nen Dreck ob das jetzt Kameras stehen oder nicht. Der Aufklärungsrate hilft das ganze wahrscheinlich auch nicht, da man betrunkende Prügelknaben auch in flagranti erwischen kann und dazu auf der Reeperbahn sicher keine Kameras braucht.

Ich finde es immer super wenn plötzlich, als wäre es nicht schon lange klar, solche Fakten als etwas neues verkauft werden…

Gutachten zur Wirksamkeit: Videoüberwachung taugt nicht – taz.de.

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    4 Comments

  1. Max Großmann (2 comments)
    2010/07/06 at 11:42

    Das ist in der Tat korrekt.
    Ähnlich wie Krebsstatistiken: Heute gibt es viel mehr Früherkennung (zum Glück) als früher. Deshalb gibt es auch mehr Krebserkennungen, weil sie schneller entdeckt werden können. Deshalb nimmt man an, dass die Krebswarscheinlichkeit in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist.
    Das ist aber falsch. Die Warscheinlichkeit, an der schrecklichen Krankheit zu erkranken, hat sich AFAIK seit Jahrtausenden nicht verändert.

    Deshalb sollte man vor solchen Aussagen immer prüfen, ob nicht ein logischer Fehlschluss nach “cum hoc ergo propter hoc” vorliegt.

    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Cum_hoc_ergo_propter_hoc

  2. Sebastian (69 comments) (Author)
    2010/07/06 at 11:48

    Mein Prof hat das auch ganz treffend ausgedrückt: “Hamburgs Kriminalitätsstatistik funktioniert so: Wir haben 100 Fälle am Tag und 20 Polizisten. Diese 20 Polizisten klären 30 der 100 Fälle auf. Natürlich weiß niemand das es 100 Fälle sind. Hamburg stellt jetzt 10 zusätzliche Polizisten ein die am nächsten Tag 50 Fälle aufklären. Die Kriminalität scheint zu steigen, da man mehr aufgeklärt hat. Die logische Schlussfolgerung ist die Einstellung von noch mehr Polizei. Das die wirkliche Zahl der Straftaten gleichbleibt ist unbedeutend, da man sie nicht erfassen kann. Die Kriminalitätsstatistik ist also in sich unlogisch und sollte einfach vergessen werden”

  3. Max Großmann (2 comments)
    2010/07/06 at 11:51

    Ja, das ist richtig.
    Statistiken können sehr aufschlussreich sein. Wenn es aber darauf ankommt, wie viele Menschen die Statistik erstellen, dann ist sie zum Scheitern verurteilt. BTW: Wer braucht so eine Statistik eigentlich?

    Einige Statistiken, die ich hier jetzt nicht nennen möchte, werden allerdings auch aus politischer Motivation erstellt.
    Das ist dann noch trauriger als das hier.

  4. Patrick (1 comments)
    2010/07/27 at 9:39

    Den Artikel find ich sehr interessant… vor allem da es um 1/3 gestiegen ist… allerdings muss ich auch sagen, seitdem z.B. Kameras beim HBF Frankfurt hängen, dass dort die Kriminalität abgenommen hat… allerdings glaub ich das es sich nur verlagert hat, in andere Viertel…

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