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Der GEMA Denkfehler

Die Verhandlungen zwischen GEMA und YouTube sind gescheitert. Wer daran nun wirklich Schuld ist und wie viel die GEMA verlangt hat, ist noch unbekannt (hat jemand Informationen?). Es ist auch nicht wichtig, warum die Verhandlungen gescheitert sind. Das Ergebnis der Verhandlungen gleicht einer Bankrotterklärung von Seiten der GEMA . Sie teilt in ihrer Pressemitteilung mit:

Der internationale Verbund der Musikautorengesellschaften könnte sämtliche Werke seines Repertoires von YouTube entfernen lassen, wenn er dies wollte. Darauf wird aber mit Blick auf die Bedürfnisse der Musiknutzer und der Musikurheber verzichtet: Die Rechteinhaber möchten, dass ihre Musik möglichst viel gehört wird – sofern sie vom Anbieter entsprechend lizenziert ist.

Sie würden mit dem Löschen also noch weiter gehen wenn es nicht gegen die Interessen der Musiker und ihrer Fans verstöße? Ich dachte die GEMA sei eine Dienstleistungseinrichtung für diese Gruppe. Die Fans und die Musiker. Meiner Meinung nach steht hinter dem Abbruch der Verhandlungen nichts weiter als Profitsucht. Was erhoffen sich die Verantwortlichen von diesem Schritt? Ganz klar, die Menschen die zuvor ihre Musik auf YouTube gehört haben, sollen die Musik im Laden oder Digital kaufen. Denkfehler!

Meine Thesen:

  1. YouTube wird vor allem zum entdecken neuer Musik verwendet und hat damit einen positiven Effekt der über das rein monetäre verwerten dieses Abspielens hinausgeht.
  2. Jugendliche, die ihre Musik vor allem über YouTube konsumieren, haben kein Geld sich alternativ all diese Musik zu kaufen. Weil man aber nicht auf diese Vielfalt verzichten will, wird die Musik illegal bezogen. Das kann als Katalysator für stärkere Kriminalisierung von Jugendlichen wirken.
  3. Die GEMA spricht gerne von Millionen an Werbeeinnahmen die YouTube durch die Nutzung der Uhrheberrechtsgeschützten Inhalte generiert. Das mag zwar stimmen, die Kosten für den Betrieb von YouTube sind allerdings so immens, dass die Plattform nicht selbsttragend ist. Sie macht Verlust. Allein 2009 soll Google rund 85 Millionen Dollar Verlust gemacht haben. Das ist zwar kein Argument dafür, das YouTube machen darf was es will, es erklärt aber warum YouTube die Forderung der GEMA nicht erfüllen kann. Wenn die von YouTube genannte Zahl von ca. 12 cent pro gespieltem Video stimmt, wäre eine Zustimmung seitens YouTube Selbstmord.

Ich halte YouTube im Musikmarkt für so wichtig, dass sich die GEMA diesen Schritt nicht leisten kann. Vor allem im Interesse ihrer Schützlinge. Vor einigen Jahren mussten Künstler auf MySpace sein um zu existieren. Heute ist das YouTube. Ohne die Möglichkeit “reinzuhören” kaufe zumindest ich keine Musik mehr. Warum auch?

Die GEMA sollte im Interesse der Musiker über ihren Schatten springen und auf YouTube zugehen. Jedesmal wenn ich ein Video auf YouTube abspielen will und die “nicht verfügbar Meldung” erscheint stirbt die GEMA ein wenig mehr.

Bis dann, die Verlage haben sicher noch einen absteigenden Ast für euch übrig.

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