Posts from: Mai 2010

Starbucks wird grün!

In einer Pressemitteilung auf der Homepage des Konzerns wurden neue Bechergrößen bekanntgegeben. Für mich erschliesst sich der Sinn hinter Plenta (sehr viel Kaffee) und Micra (sehr wenig Kaffe) zwar nicht, aber wer weiss was ihr Kaffeejunkies da draussen so alles braucht.

Lustig ist diese Meldung eigentlich nur, weil Starbucks alternative Verwendungsmöglichkeiten für die beiden neuen Becher angibt. Wahrscheinlich in der Annahme von Aktivisten wegen der großen Mengen Müll kritisiert zu werden. Im Wortlaut schreibt Starbucks:

Suggested usage options include popcorn receptacle, rain hat, perennial planter, lampshade or yoga block. The Micra also serves as a convenient milk dish for kittens, soft boiled egg cup or paper clip holder.

Disclaimer: Bitte beim Lesen der Pressemitteilung nicht auf das Datum achten!

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Der GEMA Denkfehler

Die Verhandlungen zwischen GEMA und YouTube sind gescheitert. Wer daran nun wirklich Schuld ist und wie viel die GEMA verlangt hat, ist noch unbekannt (hat jemand Informationen?). Es ist auch nicht wichtig, warum die Verhandlungen gescheitert sind. Das Ergebnis der Verhandlungen gleicht einer Bankrotterklärung von Seiten der GEMA . Sie teilt in ihrer Pressemitteilung mit:

Der internationale Verbund der Musikautorengesellschaften könnte sämtliche Werke seines Repertoires von YouTube entfernen lassen, wenn er dies wollte. Darauf wird aber mit Blick auf die Bedürfnisse der Musiknutzer und der Musikurheber verzichtet: Die Rechteinhaber möchten, dass ihre Musik möglichst viel gehört wird – sofern sie vom Anbieter entsprechend lizenziert ist.

Sie würden mit dem Löschen also noch weiter gehen wenn es nicht gegen die Interessen der Musiker und ihrer Fans verstöße? Ich dachte die GEMA sei eine Dienstleistungseinrichtung für diese Gruppe. Die Fans und die Musiker. Meiner Meinung nach steht hinter dem Abbruch der Verhandlungen nichts weiter als Profitsucht. Was erhoffen sich die Verantwortlichen von diesem Schritt? Ganz klar, die Menschen die zuvor ihre Musik auf YouTube gehört haben, sollen die Musik im Laden oder Digital kaufen. Denkfehler!

Meine Thesen:

  1. YouTube wird vor allem zum entdecken neuer Musik verwendet und hat damit einen positiven Effekt der über das rein monetäre verwerten dieses Abspielens hinausgeht.
  2. Jugendliche, die ihre Musik vor allem über YouTube konsumieren, haben kein Geld sich alternativ all diese Musik zu kaufen. Weil man aber nicht auf diese Vielfalt verzichten will, wird die Musik illegal bezogen. Das kann als Katalysator für stärkere Kriminalisierung von Jugendlichen wirken.
  3. Die GEMA spricht gerne von Millionen an Werbeeinnahmen die YouTube durch die Nutzung der Uhrheberrechtsgeschützten Inhalte generiert. Das mag zwar stimmen, die Kosten für den Betrieb von YouTube sind allerdings so immens, dass die Plattform nicht selbsttragend ist. Sie macht Verlust. Allein 2009 soll Google rund 85 Millionen Dollar Verlust gemacht haben. Das ist zwar kein Argument dafür, das YouTube machen darf was es will, es erklärt aber warum YouTube die Forderung der GEMA nicht erfüllen kann. Wenn die von YouTube genannte Zahl von ca. 12 cent pro gespieltem Video stimmt, wäre eine Zustimmung seitens YouTube Selbstmord.

Ich halte YouTube im Musikmarkt für so wichtig, dass sich die GEMA diesen Schritt nicht leisten kann. Vor allem im Interesse ihrer Schützlinge. Vor einigen Jahren mussten Künstler auf MySpace sein um zu existieren. Heute ist das YouTube. Ohne die Möglichkeit “reinzuhören” kaufe zumindest ich keine Musik mehr. Warum auch?

Die GEMA sollte im Interesse der Musiker über ihren Schatten springen und auf YouTube zugehen. Jedesmal wenn ich ein Video auf YouTube abspielen will und die “nicht verfügbar Meldung” erscheint stirbt die GEMA ein wenig mehr.

Bis dann, die Verlage haben sicher noch einen absteigenden Ast für euch übrig.

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StreetView und die Privatisierung des öffentlichen Raums

Die vielen Skandalmeldungen der letzten Tage bezügliche Google StreetView und den WLAN Daten sind intensiver als ich es gedacht hatte. Im Grunde dachte ich, wird da etwas zum Skandal aufgebauscht was eigentlich gar keiner ist. Nach reiflicher Überlegung sehe ich das noch immer so.

Ich hatte auf Twitter gefragt was an StreetView jetzt eigentlich so schlimm ist und ob ich das Problem vielleicht nicht verstanden habe.

@KonstantinNotz hat mir daraufhin folgendes geantwortet:

Google StreetView privatisiert also den öffentlichen Raum? Das klingt so als würde Google uns, also der Gesellschaft, diesen öffentlichen Raum wegnehmen. Das tun sie aber nicht. Ich habe noch immer alle Rechte die ich auch vorher hatte. Google hat keine Exklusivrechte auf Fotos von Häuserfronten.  Das einzige was Google hier macht, ist mein Leben zu vereinfachen indem sie mir MEINEN öffentlichen Raum einfacher verfügbar machen. Das sie damit Geld verdienen ist klar. Aber das ist auch nicht schlimm. Privatisierung ist dafür noch dazu der völlig falsche Begriff. Privatisierung ist eine “Überführung öffentlichen Eigentums in private Hände.” (Wikipedia) Bei Google StreetView ändern sich jedoch die Besitzverhältnisse des öffentlichen Raums nicht und damit handelt es sich auch keinesfalls um eine Privatisierung dieses Raums.

Wenn der Staat nun die Rechte von Google einschränkt, etwa über Einschränkung der Panoramafreiheit, werden WIR eingeschränkt. Erst dann kommt es zu der Konstellation, dass der öffentliche Raum eben nicht mehr der Gesellschaft gehört, sondern denen die im Haus nebenan wohnen.

Soviel erstmal zu StreetView selbst. Der eigentliche Skandal, bzw. das MöchtegernSkandal rankt sich um das mitschneiden der öffentlichen WLAN Daten. Dabei muss ich persönlich erstmal sagen, dass ich es erstaunlich finde wie offen Google mit diesem Problem umgegangen ist. Wir haben also ein paar 100 Gigabyte Datenmüll den Google, angeblich ausversehen, während ihrer Kartographiearbeit aufgeschnappt hat. Das dieses Versehen auch wirklich ein Versehen gewesen sein kann und die Daten technisch unproblematisch sind, erklärt Kristian Köhntopp in seinem Blog (er hat auch einen Flattr-Button – nur so als Hinweis).

In Deutschland sprechen wir alle wieder vom bösen Google und seinen Verfehlungen. Schon fast Gebetsmühlenartig wird versucht und weiszumachen, dass man Google keinesfalls vertrauen darf. Und damit haben sie Recht! Es ist aber heuchlerisch im selben Zusammenhang ständig Vertrauen zu erwarten wenn es um staatliche Daten-Sammelwut geht. Während Google mit den Problemen relativ offen umgeht, versucht unser Staat sovie wie möglich hinter verschlossenen Türen zu machen. Zudem sind die Daten die Google erhebt vergleichsweise lächerlich mit denen die durch die Vorratsdatenspeicherung anfallen.

Wir haben beim Thema Datenschutz einfach weitaus größere Probleme als Google StreetView und das sollte sich auch in der Medienlandschaft widerspiegeln.

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Einfach mal aufregen!

Ist es nicht schön, dass man heutzutage den ganzen Tag bloggen und twittern könnte was einem so alles gegen den Strich geht? Diese Möglichkeiten der modernen Technik, Wahnsinn. Versteht mich nicht falsch, ich tue sowas nicht. Nie! Naja, fast nie. Es ist mal wieder an der Zeit ein bisschen Luft abzulassen. Zumindest fühlt sich dieses Hämmern im inneren meines Gehirns grade danach an. So, nochmal die Finger gestreckt, Kopf gegen die Wand gehauen und los geht’s…

Die FDP und das Erschwernis des Seins

Es scheint ja immer noch Menschen zu geben, die ernsthaft an der vermeintlichen Qualität der FDP festhalten. Wie kann man ein 3/4 Jahr nach der Wahl noch immer an ihr festhalten? Na klar, die FDP steht für Bürgerre… reech… arhg wie war das Wort noch gleich? Egal, die Grünen stellen also einen Antrag die EU zu rügen. Was, um ehrlich zu sein, wohl so oder so keinen großen Effekt gehabt hätte. Das Zensieren – Entschuldigung, ich meine natürlich das Zugangserschweren (Zugang verbieten wäre ja quasi Zensur und Zensur findet nicht statt) ist nicht der richtige Weg.

Da waren wir uns vor der Wahl mit der FDP einig  und im Grunde war das eine perfekte Situation für die FDP. Sich hinstellen, dem Antrag zustimmen, kurze Profilierungsphase und schließlich das kopfschüttelnde: “Das kommt von Europa, da können wir nichts tun.” Diesen Satz werden sie zwar trotzdem sagen (garantiert!), aber jetzt kann man sie dafür kritisieren. Sie haben eben nicht mal symbolisch etwas dagegen getan.

Im Grunde, wenn ihr meiner Argumentation folgen könnt, war das ganze also positiv für “uns”. Immerhin sind vielleicht weitere potentielle FDP-Wähler (ausgeschlossen: Apotheker,Hoteliere, Schwerreiche und Idioten) in drei Jahren nicht mehr so gutgläubig. Entschuldigung (Nummer zwei), habe beim schreiben die Crux entdeckt: die nächsten Wahlen sind in drei, DREI (3) Jahren.

Was ist eigentlich Suchen und wo tut man das?

Kommen wir zu einem ganz anderen Thema. Future Face of Media. Da sitzt Katja Marx von hr-Info (ein Sender den ich sogar mag) und will uns weis machen, dass die Zeiten in denen Menschen nach Informationen suchen vorbei sind. Moment was? Ich glaube auch nicht, dass sie das wirklich gemeint hat, lustig fand ich es trotzdem. Grob wiedergegeben sagte sie, dass die Zeiten in denen Menschen um Informationen zu bekommen gezielt zum Kiosk gingen um (selbstverständlich) eine Zeitung zu kaufen(!!!) vorbei seien. Wir Menschen suchen keine Informationen mehr wir wollen sie serviert bekommen und das umsonst kostenlos. Zum Thema kostenlos hatte sie noch beizusteuern, dass QualitätsInhalte kostenlos ins Netz zu stellen einer Verramschung (schreibt man das so?) gleichkommt.

Gut, ich gebe es zu. Es gab weit schlimmere Sprüche @ #ffm10 und der Perlentaucher und vor allem Carta haben das auch schon alles durch und durch analysiert. Mich interessiert natürlich vor allem meine Meinung und die sieht ungefähr so aus:

Bevor Verlage und Alteingesessene Medienmenschen nicht verstehen, dass sie mir, dem Informationssuchenden (gibt es) einen Dienst erweisen sollen, weine ich nicht einem von ihnen eine Träne nach. So lange ich mich durch Klickstrecken und redundante DPA-Meldungen wühlen muss kriegt “ihr” keinen Cent von mir. Jedes von sich aus spielende Video, jede Benutzerunfreundlichkeit macht “euch” ein bisschen ärmer. Die Liste dieser Benutzerunfreundlichkeiten ist so lang wie traurig. Man muss meist nicht mal einen Experten einstellen um auf diesen Trichter zu kommen. Ich glaube auch nicht, dass die Leser auf Dauer dumm genug sind und nicht erkennen das sie einerseits als Klickviech missbraucht und im gleichen Atemzug für ihre “Kostenloskultur” kritisiert werden. Versteht es endlich: Was ihr versucht ist zu dreist um zu funktionieren. Macht es richtig und dann zahle ich auch. Allerdings nicht für EINE Zeitung wie es sich viele wünschen. Ich glaube sowieso, dass das nie wieder der Fall sein wird. Wer will sich in Zeiten von Fefe schon auf eine Quelle verlassen? Richtig, FDP-Wähler niemand.

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