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Gegendarstellungen und Widerrufe im Fokus

Täglich passiert es in Tageszeitungen, Magazinen – ob Print oder Online, dass Artikel geschrieben werden die später aus vielfältigen Gründen widerrufen werden müssen. Falschmeldungen, Lügen oder schlicht unfreiwillige Fehlinformationen. Die Zeitung oder das Magazin ist dann verpflichtet einen Widerruf oder eine Gegendarstellung zu veröffentlichen. Leider wird diese so gut wie immer – wenn sie nicht gerade Skandalpotential hat – unpopulär positioniert. Der Schaden durch die falsche Meldung ist bereits entstanden und wird auch nicht wieder aufgehoben.

Um dieses Problem zu lösen müssten Widerrufe immer exakt genauso populär platziert werden wie die ursprüngliche Meldung. Wenn jetzt eine Zeitung, nennen wir sie mal Büld, auf der ersten Seite Unwahrheiten verbreitet, müsste sie das Risiko eingehen eine eventuelle Gegendarstellung ebenso populär veröffentlichen zu müssen.

Das werden die Zeitungen natürlich nicht machen und mit Gesetzen tue ich mich generell eher schwer. Aber die Praxis die zur Zeit herrscht ist auch keine Lösung.

Viele dieser Fälle, in denen Gegendarstellungen notwendig sind passieren, da schlecht oder gar nicht recherchiert wurde. Das Risiko ist zu klein und der Gewinn durch eine halbgar recherchierte Skandalmeldung zu groß. Wenn man über Qualitätsjournalismus reden will muss man auch hier ansetzen. Der Gewinn – sowohl für den Leser aber auch finanziell für den Journalisten (nicht den Verlag) – muss größer sein, wenn der Artikel durchdacht und ordentlich recherchiert wurde.

Was haltet ihr von der Idee? Ist so ein Ding das mir die letzten Wochen im Kopf umherschwirrt und größtenteils auf fixen Ideen beruht, daher brauche ich diesbezüglich Feedback – besonders von Menschen die sich in Materie und Praxis besser auskennen als ich.

    1 Comment

  1. robo47 (24 comments)
    2009/08/04 at 23:13

    Gut

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