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17/365 Peter Kaiser, salvation.over-blog.com

365sebsn.de: Wer bist du persönlich wenn du nicht vor dem Computer sitzt und bloggst oder podcastest?

Peter Kaiser: Mein Name ist Peter Kaiser, ich bin 19. Jahre alt und komme aus Walding in Oberösterreich. Ich wohne bei meinen Eltern und habe einen fast 9 Jahre älteren Bruder, der sich leider im Februar 2002 das Leben genommen hat. Ich selbst befinde mich momentan in einer mittelschweren depressiven Phase und seit September 2008 in Behandlung. Ich habe einen stationären Aufenthalt hinter mir und war erst kürzlich auf einer psychiatrische Rehabilitation seit der es mir wunderbar geht. Beruflich gesehen habe ich bereits eine fertige Ausbildung im Bürobereich, aber durch den Zivildienst hat es mich in den Bereich der Pflege gezogen. Leider musste ich die Ausbildung aufgrund meiner Depression abbrechen, aber ich hoffe bald wieder damit anfangen zu können. Das war die Kurzversion – eine ausführlichere gibt es auf meinem Blog im Bereich „über mich“.

Wenn ich nicht gerade vor dem Computer sitze, was ich aber sehr gerne und sehr lange mache, lese ich gerne oder unternehme etwas mit meinen Freunden. In Zukunft werde ich mich auch mit meinen zwei Bartagamen beschäftigen, die ich den nächsten Tagen vom Züchter abholen werde.

sebsn.de: Wo findet man deinen Blog und über welches Themengebiet bloggst du? Was bedeutet dein Blog für dich und was hat sich durch ihn verändert?

mePeter Kaiser: Mein Blog wird von over-blog.de gehostet und ist ua. über deren Startseite zu erreichen. Des Weiteren bin ich bei einigen Blogverzeichnissen und Pingdiensten registriert um ein größeres Publikum erreichen zu können.

Meine Blogbeschreibung lautet momentan noch:
“Ein Blog über das Leben mit all seine positiven und negativen Facetten – Memento Mori.Momentan veröffentliche ich viele Artikel über meine Depression und den Kampf gegen sie. Später möchte ich Dinge thematisieren, die von der Gesellschaft nicht gerne diskutiert werden. Ich habe es mir auch zum Ziel gesetzt über einige Dinge aus der Medizin und aus der Pflege zu informieren. Im Grunde genommen, möchte ich Menschen zum nachdenken anregen! Zusätzlich gibt es des öfteren Musik- und Buchempfehlungen.“

Eigentlich ziemlich breit gefächert, aber zusammenfassend schreibe ich nur über ein Thema: das Leben. Im Grunde genommen spiegeln die meisten Artikel meine Gedanken wieder oder sind für mich die Verarbeitung von Dingen die mich bewegen bzw. bewegt haben. So gesehen könnte man es fast als eine Art Tagebuch deklarieren, aber das schöne dabei ist, dass ich schon einige Rückmeldung bekommen habe, das meine Texte jemanden Hoffnung geben haben oder ich jemanden “aus der Seele” schreibe.
Aus dem Bereich der Medizin und Pflege habe ich bisher noch nichts geschrieben und es wird wohl noch etwas dauern bis sich in diesem Bereich etwas Neues tut, da ich noch viele Ideen und Gedanken auf Lager habe. Sollte sich mal eine Flaute einstellen, so werde ich auf Medizin und Pflege zurückgreifen.

Durch meinen Blog hat sich vor allem mein Zugang zu eher meist totgeschwiegenen Themen wie eben Depression und Selbstmord in dem Sinne geändert, dass ich noch offenere und „lockerer“ damit umgehe und ich mich in keinem Moment meines Lebens mehr für meine „Krankheit“ schäme. Ganz im Gegenteil, mittlerweile sehe ich sie als Chance verrückt zu sein, also einfach nur „anders zu sein“ (kleine Anspielung auf einen meiner Artikel). Somit ist mein Blog für mich die Plattform auf der ich, ich bin und vor allem auch sein kann ohne den ein oder anderen schrägen Blick befürchten zu müssen, wobei mir diese im realen Leben auch relativ egal sind. Zumindest sage ich es immer, aber ganz kalt lässt einen so was dennoch nicht.

sebsn.de: Ich kriege von nicht-bloggern immer wieder die Frage gestellt ob es nicht seltsam ist mich vor einem unbekannten Publikum zu öffnen. In deinem Fall ist das noch intensiver. Hat es dich viel Überwindung
gekostet? Oder warst du dir von Anfang an bewusst, dass es einen positiven Einfluss haben wird?

Peter Kaiser: Wenn du mich vor zwei Monaten, als ich auch noch zu den nicht-bloggern gehörte gefragt hättest, ob ich nicht meine Texte im Internet veröffentlichen und aus meinem Leben erzählen will, hätte ich erstmal gelacht und “nicht in diesem Leben” geantwortet. Nie hätte ich mir vorstellen können so offen darüber zu reden bzw. darüber zu schreiben und das vor so einem großen Publikum, da es mir in der Vergangenheit nicht einmal gelungen ist mit meinen Eltern oder mit meinen besten Freunden darüber zu reden.

Während meiner psychiatrischen Rehabilitation hatte ich zwischen den einzelnen Therapien immer etwas Zeit für mich und die habe ich des Öfteren vor unserem Internet-Terminal verbracht und bin während einer Fotorecherche auf einen Blog gestossen dessen Autor einen Artikel über Selbstmord veröffentlicht hat, ohne das es zu seinem sonstigen Themengebiet passt. Ich weiß nicht wieso oder warum, aber in diesem Moment habe ich nur eines gedacht: “Über dieses Thema und über Depression könnte ich noch viel mehr schreiben.” Die Idee war geboren und bei der nächsten Gelegenheit habe ich mir meinen Blog erstellt und angefangen zu schreiben bzw. meine früheren Artikel zu veröffentlichen.

Über etwas zu schreiben hat mir schon immer geholfen, nur betreibe ich es nun einer ganz anderen Ebene und vor einem etwas größeren Publikum. Erhofft habe ich mir dabei natürlich immer, dass vielleicht der ein oder andere, der sich in einer ähnlichen Situation wie ich befindet, durch meine Texte wieder neuen Mut oder neue Hoffnung bekommt, aber die Rückmeldungen die ich bisher bekommen habe, übertreffen meine kühnsten Träume und dafür möchte ich auch allen meinen regelmäßigen Lesern danken!

sebsn.de: Danke für das Interview! :)

Peter Kaiser: Ich danke für die Gelegenheit meinen Blog vorzustellen und danke dir auch gleich für die unglaubliche Arbeit die in deinem 365-Interview Projekt steckt.

Hier kannst du Peter finden:

http://salvation.over-blog.de

    1 Comment

  1. Peter Kaiser (1 comments)
    2009/01/28 at 11:02

    Danke für das Veröffentlichen des Interviews! Hab darüber natürlich auf meinem Blog auch einen Artikel geschrieben und über meine heutigen “Vaterfreuden” http://salvation.over-blog.de/article-27264009.html

    Liebe Grüße
    Peter

    PS: Gab ein paar Backlinks für dich ;)

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