Posts from: Januar 2009

20/365 Manuel Wolff, uiuiuiuiuiuiui.de

365sebsn.de: Wer bist du persönlich wenn du nicht vor dem Computer sitzt und bloggst oder podcastest?

Manuel Wolff: Nun, dann bin ich immer noch ich. Allerdings muss ich manchmal auch Geld verdienen, dass mache ich manchmal als musikalischer Leiter auf Kreuzfahrtschiffen einer großen Reederei. Davor war ich in einer grottenschlechten TV-Redaktion und habe zwar ein Millionenpublikum gehabt, aber die Menschheit verdummt. Ansonsten arbeite ich zur Zeit an meinen Comedy-Programmen, denn die Bühnen dieser Welt warten auf mich. Oder ich auf sie. Ansonsten bin ich noch ein verdammt guter Pasta-Koch und biete einen Nackt-Spüldienst an.

sebsn.de: Wo findet man deinen Blog und über welches Themengebiet bloggst du? Was bedeutet dein Blog für dich und was hat sich durch ihn verändert?

manuelswManuel Wolff: Meinen Blog findet man auf http://www.uiuiuiuiuiuiui.de, frag jetzt bitte nicht, wie ich auf den Namen kam, ich weiß es selbst nicht mehr so genau. Manche halten den Namen für selten dämlich, andere für nahezu genial. Die Wahrheit liegt irgendwie dazwischen. Mein Themengebiet ist sehr stark eingeschränkt. Es geht nämlich ausschließlich um Sachen, die ich für interessant halte und von denen ich denke, dass sie meine Leser für interessant halten. Also sehr viel ;-) Wichtig ist mir auch, dass in meinen Beiträgen keine Smileys vorkommen und dass es nichts ist, über das tausende andere Blogger auch schreiben. Ich möchte, dass jeder Artikel den Lesern Spaß bereitet. Computerfuzzi, – heini, Tech- und Nerdkram gibt es bei mir gar nicht, denn Computer regen mich so derbe auf, wie mich die Bahn, die Post und das Fernsehen aufregen. Darüber schreibe ich dann aber. Meine Erlebnisse mit der Bahn könnten ganze Bibliotheken füllen, denn mit der Bahn ist es wie mit Computern: Man kann nicht mit ihnen und auch nicht ohne sie. Nein, Mario Barth-mäßige Frauenwitze kommen jetzt nicht, so etwas ist mir völlig fremd (Mario Barth, nicht Frauen). Ansonsten habe ich noch so einige Kolumnen am Laufen, am Bekanntesten wahrscheinlich “das improvisierte Lied zum Freitag”, eine Idee, die ich vor knapp 2 Jahren angefangen habe. Da ich seit über 10 Jahren Improvisationstheater mache, dachte ich mir, es wäre witzig, die Webcam einzuschalten und Lieder komplett aus dem Stegreif zu improvisieren – Text und Musik. Das Ergebnis gibt es dann jeden Freitag im Blog. Mein Blog ist für mich eine wunderbare Möglichkeit Gedanken zusammen zu fassen und Geschichten auszuprobieren, aus denen vielleicht irgendwann mal ein Buch, eine Comedy-Routine oder eine Bühnenshow entstehen. Außerdem hab ich ständig so viele wirre Gedanken in meinem Kopf, die müssen einfach mal raus. So ist auch mein Blog vor 7 Jahren entstanden, ich schrieb an meiner Musikwissenschaften-Magisterarbeit und vereinsamte zu Hause und in den Bibliotheken, da musste das Gewusel in meinem Kopf einfach mal raus. Damals schrieb ich selbst noch das HTML, wusste gar nicht, was ein Blog ist, später wechselte ich zu Livejournal und dank eines insistierenden Lesers wagte ich mich endlich mal zu WordPress. Seitdem hat sich viel verändert, ich lerne endlich mal Leute kennen! Und ich bin viel netter zu meiner Umgebung geworden.

YouTube Preview Image

Weitere Impro-Lieder von Manuel: http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/der-morgen-danach und http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/es-gibt-so-viele-orte

sebsn.de: Wie bist du auf die Idee des improvisierten Liedes gekommen und wie sieht so ein typischer “Produktionsprozess” aus?

Manuel Wolff: Der Produktionsprozess ist ganz einfach: Ich stelle das Klavier vor den Laptop und schmeiße die Webcam an. Währenddessen habe ich vielleicht schon eine Idee, über welches Thema ich singe, meist etwas was mir gerade passiert ist, oder über was ich gerade nachgedacht habe oder ein aktuelles Thema. Und dann spiele ich los und singe, was mir einfällt.

Manchmal habe ich auch überhaupt keine Idee, was ich singen soll, dann spiele ich einfach drauf los und schaue mal was kommt. Oder ich frage Freunde auf Skype (uiuiui7) oder schmeisse mal eine Frage nach einem Thema bei Twitter (http://twitter.com/uiuiui7) in die Runde.

Ich überlege mir vorher keinen Text und keine Musik, das was man auf dem Video sieht, ist das, was mir in dem Moment eingefallen ist. Nachbearbeitet wird es nur insofern, als dass ich vorne eine kurze Titeleinblendung einfüge und hinten meine Webseite. Dann schaue ich es mir an und denke manchmal: “Meine Güte, was war das denn für ein Mist und warum schaust Du so sauer?” und schmeiße es in den Papierkorb. Nein, stimmt nicht, meist lade ich es trotzdem bei YouTube, Vimeo und Sevenload hoch und verlinke es auf meiner Seite. es gibt nur ein zwei Aufnahmen, die ich tatsächlich weggeschmissen habe, das schöne an der Improvisation ist ja, dass man nie weiß, was dabei herauskommt.

Wie ich auf die Idee gekommen bin ist schwieriger zu beantworten, ganz genau weiß ich nicht, was jetzt ausschlaggebend war, aber das erste Lied ging um “Eisbär Knut”. Ich glaube die Idee kam mir ganz selbstverständlich vor und alle anderes sagen dann “wie kommt man auf so einen Scheiß?”

Ich habe vor über 10 Jahren schon mit dem Improvisations-Theater angefangen und zwar in Hamburg beim ImproTheaterImproTheater Steife Brise, als Musiker, Moderator, Improlehrer und “Showkonzepte-Entwickler”. Als ich nach Köln gezogen bin, fehlte mir die Improvisation schon ein wenig und gleichzeitig wollte ich auch ein Konzept entwickeln, wie man Improvisation nicht in der Gruppe, sondern alleine machen kann, um auf klassischen Stand-Up-Bühnen aufzutreten. Insofern ist “das improvisierte Lied zum Freitag” auch immer eine Übung für mein Soloprogramm, mit dem ich bald die Bühnen unsicher machen will.

sebsn.de: Danke für das Interview! :)

Hier kannst du Manuel finden:

http://www.uiuiuiuiuiuiui.de
twitter.com/uiuiui7

Read more

19/365 Johnny Haeusler, spreeblick.com

365sebsn.de: Wer bist du persönlich wenn du nicht vor dem Computer sitzt und bloggst oder podcastest?

Johnny Haeusler: Na wenn ich das tue, bin ich doch auch ich persönlich. Die Frage klingt, als würde man seine Persönlichkeit vor dem Bloggen an der Garderobe abgeben! Ich bin neben Blogger und Podcaster aber auch Vater, Gatte, Liebhaber, Freund, Musikhörer, Filmeschauer, Fleischesser, Leser, Teil zweier Unternehmen, Geek, Mitveranstalter einer Konferenz, fauler Sack, Quälgeist und Berliner. Und all das sehr gerne.

sebsn.de: Wo findet man deinen Blog und über welches Themengebiet bloggst du? Was bedeutet dein Blog für dich und was hat sich durch ihn verändert?

john_knattertonJohnny Haeusler: Spreeblick findet man unter spreeblick.com und ich blogge über alles Mögliche und Unmögliche, das ist sehr stimmungsabhängig, lässt sich aber ganz gut unter unseren Hauptkategorien Pop, Politik, Produkte und Positionen zusammenfassen. Spreeblick ist das, womit ich inzwischen meinen Lebensunterhalt verdiene, teilweise durch Werbung auf dem Blog, teilweise durch die Erstellung und/ oder Betreuung fremder Sites, teilweise durch die re:publica, ab und zu auch durch Vorträge. Ich habe vor Spreeblick eine Web-Agentur geleitet und davor ein Jahrzehnt lang Radio gemacht, davor von der Musik gelebt. Publizieren im Netz ist nicht so weit weg von all dem, man kann es gar als eine modernere Mischung sehen – der direkte Rückkanal ist neu, dennoch gibt es viele Parallelen.

sebsn.de: Was sind deiner Meinung nach die Eckpfeiler für einen erfolgreichen Blog wie Spreeblick?

Johnny Haeusler: Regelmäßigkeit, gute Texte, ein Gefühl für Themen, der Versuch, immer wieder selbst zu denken, und eine Portion Glück.

Ich glaube, die Bloglandschaft verändert sich dauernd, es gibt keine Erfolgsrezepte und schließlich definiert ja auch jeder “Erfolg” sehr individuell. Man kann sicher viel mit SEO erreichen, um Zugriffe auf eine Site zu erhöhen, eine inhaltliche Relevanz erhält sie dadurch aber noch lange nicht, hierfür sind – wie in allen Medien – gute Autoren und Themen gefragt.

Und natürlich muss man versuchen, den eigenen Ton, die eigene Linie oder auch die eigene Nische zu finden. Wenn man das will. Die meisten Blogs dienen, das behaupte ich einfach mal, nicht dem “Erfolg” durch Zugriffe oder maximale Umsätze, sondern der Befriedigung der eigenen Lust am Schreiben und Produzieren und am Füttern des eigenen Egos sowie dem Austausch mit einem gerne auch kleinen Zirkel von Lesern. Das ist das Tolle am Bloggen: Man kann es ohne wirtschaftlichen Druck und ohne Kosten einfach machen.

Wer weitere, auch kommerzielle Ziele hat, unterliegt in vielen Punkten kaum anderen Regeln als die alten Medien (mal von Google-Optimierung usw. abgesehen): Menschen wollen keine Zeit verschwenden. Sie wollen unterhalten und informiert werden und sie wollen Inhalte, die ihrem individuellen Qualitätsanspruch, wie hoch oder niedrig der auch immer sein mag, gerecht werden.

sebsn.de: Danke für das Interview! :)

Hier kannst du Johnny finden:

spreeblick.com
Twitter.com/spreeblick

Read more

18/365 Mark Kronsbein schraegstrichpunkt.de

365sebsn.de: Wer bist du persönlich wenn du nicht vor dem Computer sitzt und bloggst oder podcastest?

Mark Kronsbein: Ich arbeite bei einer großen Automobilfirma, unternehme viel und gerne
etwas mit Freunden, bin Vater einer 9jährigen Tochter.

sebsn.de: Wo findet man deinen Blog und über welches Themengebiet bloggst du? Was bedeutet dein Blog für dich und was hat sich durch ihn verändert?

Mark Kronsbein: Über alles und nichts. Was mir gerade in den Sinn kommt, was ich höre, sehe, lese, was mich beschäftigt und was für bloggenswert halte. Keine bestimmten Themen.

Was mein Blog für mich bedeutet? Mhh. Ich kann mich ausdrücken, mitteilen, auch selber mal ein stückweit informieren. Weltweit. Sicherlich “kennen” mich manche nur durch mein Blog, aber großartig verändert hat sich mein Leben nicht wirklich, nur, weil ich blogge.

sebsn.de: Ist es für dich wichtig dich ausdrücken zu könnnen? Gerade vor einem meist anonymen Publikum?

3158899629_a2b826f03bMark Kronsbein: Ja. Aufs Blog bezogen bedeutet das, daß ich versuche, so zu schreiben, daß es jeder versteht. Ich persönlich will ja auch keine Blogpostings lesen, die mich zu stark an Böhmen und seine Dörfer erinnern. Und: Prinzipiell lege ich auch beim bloggen Wert auf Rechtschreibung, Zeichensetzung usw. Außer vielleicht beim twittern o.ä..

sebsn.de: Liest du selbst viele Blogs und informierst dich darüber? Oder machst du das eher über die “alten” Medien?

Mark Kronsbein: Sowohl als auch. Ich habe so meine “Stammblogs”, die ich lese. Einige davon lese ich via Twitter, weil das irgendwie schneller geht, als über einen RSS Reader. Und natürlich informiere ich mich online und damit meistens über Blogs über alles, was mich interessiert oder ich wissen will. Auf der anderen Seite ist bspw. ein Montag ohne Kicker und Spiegel nur ein halber Montag. Die kurze Information mag bei den “alten Medien” zwar langsam sein. Aber Schnelligkeit ist nicht alles. Außerdem: Wer schleppt schon gerne sein Laptop aufs Klo? Da ist die Tageszeitung unschlagbar ;)

sebsn.de: Danke für das Interview!

Hier kannst du Mark finden:

schraegstrichpunkt.de
Twitter.com/markggn

Read more

S-Bahn Wahnsinn

Die Hamburger S-Bahn bietet wahrscheinlich Stoff für viele Bücher. Allesamt eher negativer Natur. Aber darum geht es ja nicht. Die Frage ist vielmehr: Warum, um alles in der Welt, sitzen die Freaks immer in MEINEM Wagen?

Abends ist das ja immer sone Sache mit der S-Bahn, da muss man schonmal 15-20 Minuten warten. Genug Zeit also um die Leute auf dem Bahnsteig auszugucken um zu entscheiden wo man denn einsteigen soll. Den Typ der die ganze Zeit zisch und pfeifgeräusche gemacht hat, war meine erste Priorität. Also schön weit weg. Bahn kommt, ich steige ein, setze mich und plötzlich hinter mir: *zschhhpffffffgluppglupp* Damn! Irgendwie scheine ich Freaks anzuziehen. Er setzt sich also in das 4er Abteil neben mir. Naja, zumindest eine Station muss ich mir das also angucken.

Sein Reportoire:

  • die bereits erwähnten Zisch- und Pfeifgeräusche
  • Eine Orange, die ihm alle 20 Sekunden aus der Hand gefallen ist. Er musste sie durch den ganzen Wagen verfolgen.
  • Ein Feuerzeug mit dem er seine Finger bearbeitet hat.
  • Spucke um die vom Feuerzeug verursachten Schmerzen besser auszuhalten.

Super… Da hat man einen MP3-Player um das Dummgelaber von betrunkenen nicht zu ertragen. Wobei… hier muss ich einhaken. Es ist natürlich in meinem ureigensten Interesse, dass Betrunkene korrekt behandelt werden. Allerdings muss ich mir das nicht anhören wenn ich nüchtern bin. Der Typ starrt mich also an und zündelt, spuckt, zischt und pfeift. Ich hatte damit gerechnet gleich angespuckt zu werden und habe den Wagen gewechselt. Natürlich raus aus der Anstalt und rein in die Hölle… wer auch immer dafür verantwortlich ist, dass Jugendliche denken, sie müssten schlechte Musik mit voller Lautstärke mit übelst schlechten Handyboxen abspielen, gehört gelinde gesagt erschossen.

Read more

17/365 Peter Kaiser, salvation.over-blog.com

365sebsn.de: Wer bist du persönlich wenn du nicht vor dem Computer sitzt und bloggst oder podcastest?

Peter Kaiser: Mein Name ist Peter Kaiser, ich bin 19. Jahre alt und komme aus Walding in Oberösterreich. Ich wohne bei meinen Eltern und habe einen fast 9 Jahre älteren Bruder, der sich leider im Februar 2002 das Leben genommen hat. Ich selbst befinde mich momentan in einer mittelschweren depressiven Phase und seit September 2008 in Behandlung. Ich habe einen stationären Aufenthalt hinter mir und war erst kürzlich auf einer psychiatrische Rehabilitation seit der es mir wunderbar geht. Beruflich gesehen habe ich bereits eine fertige Ausbildung im Bürobereich, aber durch den Zivildienst hat es mich in den Bereich der Pflege gezogen. Leider musste ich die Ausbildung aufgrund meiner Depression abbrechen, aber ich hoffe bald wieder damit anfangen zu können. Das war die Kurzversion – eine ausführlichere gibt es auf meinem Blog im Bereich „über mich“.

Wenn ich nicht gerade vor dem Computer sitze, was ich aber sehr gerne und sehr lange mache, lese ich gerne oder unternehme etwas mit meinen Freunden. In Zukunft werde ich mich auch mit meinen zwei Bartagamen beschäftigen, die ich den nächsten Tagen vom Züchter abholen werde.

sebsn.de: Wo findet man deinen Blog und über welches Themengebiet bloggst du? Was bedeutet dein Blog für dich und was hat sich durch ihn verändert?

mePeter Kaiser: Mein Blog wird von over-blog.de gehostet und ist ua. über deren Startseite zu erreichen. Des Weiteren bin ich bei einigen Blogverzeichnissen und Pingdiensten registriert um ein größeres Publikum erreichen zu können.

Meine Blogbeschreibung lautet momentan noch:
“Ein Blog über das Leben mit all seine positiven und negativen Facetten – Memento Mori.Momentan veröffentliche ich viele Artikel über meine Depression und den Kampf gegen sie. Später möchte ich Dinge thematisieren, die von der Gesellschaft nicht gerne diskutiert werden. Ich habe es mir auch zum Ziel gesetzt über einige Dinge aus der Medizin und aus der Pflege zu informieren. Im Grunde genommen, möchte ich Menschen zum nachdenken anregen! Zusätzlich gibt es des öfteren Musik- und Buchempfehlungen.“

Eigentlich ziemlich breit gefächert, aber zusammenfassend schreibe ich nur über ein Thema: das Leben. Im Grunde genommen spiegeln die meisten Artikel meine Gedanken wieder oder sind für mich die Verarbeitung von Dingen die mich bewegen bzw. bewegt haben. So gesehen könnte man es fast als eine Art Tagebuch deklarieren, aber das schöne dabei ist, dass ich schon einige Rückmeldung bekommen habe, das meine Texte jemanden Hoffnung geben haben oder ich jemanden “aus der Seele” schreibe.
Aus dem Bereich der Medizin und Pflege habe ich bisher noch nichts geschrieben und es wird wohl noch etwas dauern bis sich in diesem Bereich etwas Neues tut, da ich noch viele Ideen und Gedanken auf Lager habe. Sollte sich mal eine Flaute einstellen, so werde ich auf Medizin und Pflege zurückgreifen.

Durch meinen Blog hat sich vor allem mein Zugang zu eher meist totgeschwiegenen Themen wie eben Depression und Selbstmord in dem Sinne geändert, dass ich noch offenere und „lockerer“ damit umgehe und ich mich in keinem Moment meines Lebens mehr für meine „Krankheit“ schäme. Ganz im Gegenteil, mittlerweile sehe ich sie als Chance verrückt zu sein, also einfach nur „anders zu sein“ (kleine Anspielung auf einen meiner Artikel). Somit ist mein Blog für mich die Plattform auf der ich, ich bin und vor allem auch sein kann ohne den ein oder anderen schrägen Blick befürchten zu müssen, wobei mir diese im realen Leben auch relativ egal sind. Zumindest sage ich es immer, aber ganz kalt lässt einen so was dennoch nicht.

sebsn.de: Ich kriege von nicht-bloggern immer wieder die Frage gestellt ob es nicht seltsam ist mich vor einem unbekannten Publikum zu öffnen. In deinem Fall ist das noch intensiver. Hat es dich viel Überwindung
gekostet? Oder warst du dir von Anfang an bewusst, dass es einen positiven Einfluss haben wird?

Peter Kaiser: Wenn du mich vor zwei Monaten, als ich auch noch zu den nicht-bloggern gehörte gefragt hättest, ob ich nicht meine Texte im Internet veröffentlichen und aus meinem Leben erzählen will, hätte ich erstmal gelacht und “nicht in diesem Leben” geantwortet. Nie hätte ich mir vorstellen können so offen darüber zu reden bzw. darüber zu schreiben und das vor so einem großen Publikum, da es mir in der Vergangenheit nicht einmal gelungen ist mit meinen Eltern oder mit meinen besten Freunden darüber zu reden.

Während meiner psychiatrischen Rehabilitation hatte ich zwischen den einzelnen Therapien immer etwas Zeit für mich und die habe ich des Öfteren vor unserem Internet-Terminal verbracht und bin während einer Fotorecherche auf einen Blog gestossen dessen Autor einen Artikel über Selbstmord veröffentlicht hat, ohne das es zu seinem sonstigen Themengebiet passt. Ich weiß nicht wieso oder warum, aber in diesem Moment habe ich nur eines gedacht: “Über dieses Thema und über Depression könnte ich noch viel mehr schreiben.” Die Idee war geboren und bei der nächsten Gelegenheit habe ich mir meinen Blog erstellt und angefangen zu schreiben bzw. meine früheren Artikel zu veröffentlichen.

Über etwas zu schreiben hat mir schon immer geholfen, nur betreibe ich es nun einer ganz anderen Ebene und vor einem etwas größeren Publikum. Erhofft habe ich mir dabei natürlich immer, dass vielleicht der ein oder andere, der sich in einer ähnlichen Situation wie ich befindet, durch meine Texte wieder neuen Mut oder neue Hoffnung bekommt, aber die Rückmeldungen die ich bisher bekommen habe, übertreffen meine kühnsten Träume und dafür möchte ich auch allen meinen regelmäßigen Lesern danken!

sebsn.de: Danke für das Interview! :)

Peter Kaiser: Ich danke für die Gelegenheit meinen Blog vorzustellen und danke dir auch gleich für die unglaubliche Arbeit die in deinem 365-Interview Projekt steckt.

Hier kannst du Peter finden:

http://salvation.over-blog.de

Read more