E-Reader werden sich durchsetzen!

17. Oktober 2008 » 15:35 Uhr » Tags , , , , » Kategorien Gedanken, Internet und Technik

Die Sache ist ganz einfach, und bleibt es auch nach der Lektüre diverser Artikel (z.B auf Spiegel Online). Die E-Book Reader werden kommen und sie werden im Laufe der nächsten Jahre den Großteil des “Printbereichs” übernehmen. Das hat meiner Ansicht nach ein paar einfache, aber auch ein paar komplexere Gründe.

Platzersparnis

Ich mag meine Bücher sehr. Ich könnte es nicht über mich bringen sie wegzuschmeissen oder zu verkaufen. Wenn ich allerdings dieser Tage all diese Bücher in Kisten stecken muss um sie transportieren zu können werden die Nachteile überdeutlich. Bücher sind schwer, sie stauben ein und sind meistens doch nur einmal gelesen worden. Gerade wissenschaftliche Publikationen sind oft Wälzer epischen Ausmaßes, die einem die Rückenmuskular spüren lassen wenn immer man sie mit in die Uni schleppen muss.

Finden leicht gemacht

Ich träume von einer Suchfunktion für Bücher. Das gute an diesem Traum ist, dass er bald schon wahr sein wird.  Wie oft habe ich in Fachbuch XY einen bestimmten Absatz gesucht, ein bestimmes Wort, einen Namen und vieles mehr. Die Zeitersparnis durch eine solche Funktion kann jeder abschätzen der einmal Google und eine Bibliothek benutzt hat. Mir persönlich sind 5 Minuten Suche in einem Telefonbuch einfach zu viel, da ich die selbe Abfrage in 30 Sekunden auch im Internet erledigt habe. Und da kann ich zusätzlich noch per Ein-Klick Verfahren und Skype direkt anrufen. Oder ich kann die Nummer per Copy&Paste in mein Adressbuch einfügen, welches dann auf all meine Geräte synchronisiert wird.

Denkt an die Bäume!

Für mich ist dies das Killerargument überhaupt. Und es geht mir nicht mal primär um Bücher sondern um die unglaublichen Mengen an Papier auf die täglich die vielen Tageszeitungen dieser Welt gedruckt werden. Allein in Deutschland wurden 2006 täglich 21,19 Millionen Tageszeitungen verkauft. Diese Zahl verteilt sich auf 353 Tageszeitungen. Im Jahr 2007, um eine noch beeindruckerende Zahl zu nennen, betrug die Gesamtjahresauflage 25,9 Milliarden Exemplare, das sind 25.900.000.000! Und das ist noch nicht die Anzahl der bedruckten Seiten sondern die der Gesamtexemplare. Weltweit gesehen ist das eine fast unvorstellbare Anzahl an bedrucktem Papier täglich. Und dieses Papier wird einmal benutzt und am nächsten Tag weggeschmissen. Klar wird viel davon recycled, Bäumen müssen dafür trotzdem gefällt werden. E-Book Reader sind eben auch E-Paper Reader und in diesem Bereich sehe ich die eigentliche Stärke des elektronischen Lesegeräts.

Ein weiterer ökonomischer Grund ist die deutlich billigere Herstellung. Druckmaschinen sind nicht CO2 freundlich. Der Transport der vielen Tageszeitungen und generell aller physischen Publikationen muss bezahlt werden. In Geld und in CO2 Ausstoß. Ich habe keine Zahlen die mein Argument an dieser Stelle belegen, aber man kann es sich vorstellen wenn man die oben genannten Zahlen sieht.

Die Angst vor dem unbekannten

Printjournalisten hassen Blogs und Verlage hassen E-Books. Die Angst vor dem was nicht verstanden wird und was für sie persönlich ein Umdenken erfordert wächst. Es ist verständlich, aber kein Grund die Entwicklung aufhalten zu wollen. Ich verzichte bereits auf Tageszeitungen. Aus verschiedenen Gründen. Die einzige Möglichkeit mir in Zukunft eine Tageszeitung zu verkaufen, ist die sie mir Digital anzubieten; und zwar auf einem Gerät das portable ist und meine Augen nicht strapaziert. Ich glaube ich bin nicht der einzige dem es so geht. Ich hasse das große Format der Tageszeitung. Es ist unpraktisch und unhandlich, man kann sie nicht im Bus oder der Ubahn lesen, ok man kann aber ihr versteht was ich meine.

Anstatt vor Angst zu erstarren und zu versuchen allen Konsumenten den Teufel an die Wand zu malen, sollten die Verlage schneller begreifen und uns schneller das zugänglich machen was wir eigentlich wollen. Ich benutze das, was für mich am praktischsten ist. Und das ist leider, so sehr ich es mag, nicht das Buch sondern viele Bücher immer und überall.

Ich gehe mir jetzt ein Buch kaufen, noch ist es ja nicht so weit… ;)

Quellen: Wikipedia – Tageszeitungen, Netzwertig

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Klar im moment ist das noch so. Wenn ich meinen Eltern einen Ebookreader andrehen wollte würden die das auch nich adaptieren. Aber die Zukunft kann meiner Meinung nach nicht anders aussehen. EBookreader werden unkomplitzierter und massentauglich werden das ist imho nur ne frage der Zeit.
Ich liebe Bücher wirklich und ich weiss auch nicht ob ich das BÜCHER lesen durch elektronische medien ersetzen will. aber die unmengen an papierkram das ich hier rumliegen habe. ob zeitungn zeitschriften etc.. sind einfach massen und es ist unpraktisch. und gerade der umgang mit tageszeitungen ist nicht unkompliziert weil das format gelinde gesagt zum kotzen ist :)

Interessante These mit schlüssigen Argumenten. Als Angestellter eines Verlages, der sowohl Print- als auch Onlineprodukte anbietet, kann man jedoch einen anderen Eindruck vom Userverhalten bekommen. Schon oft wurden Zeitungen und Bücher in gedruckter Form für tot erklärt. Doch gerade Printmedien erfahren derzeit wieder einen Boom. Die Vorteile des unkomplizerten Umgangs mit Printmedien gegenüber von Onlinemedien und dem menschlichen Userverhaltens sind Ursache für diesen scheinbaren Wiederspruch. Aus persönlicher Erfahrung kann ich es auch gut nachvollziehen. Letztes Jahr habe ich meine Diplomarbeit geschrieben und war dankbar, dass ich die zahlreichen Bücher auf meinem Tisch ausbreiten konnte und bequem Quellen vergleichen konnte. Onlinequellen wurden meistens ausgedruck um damit zu arbeiten. Gleiches Verhalten erfahre ich auch bei den Produkten aus unserem Hause. Die Zeitschriften werden gerne gekauft, um die Inhalte besser lesen zu können. Unsere Onlineportale werden meistens zur Recherche genutzt, um die Ergebnisse letztendlich doch auszudrucken. Sicher wird die Zukunft Veränderungen mit sich bringen. Doch solange die Voraussetzungen fehlen, die den Umgang mit E-Books so einfach wie mit gedruckten Werken macht, werden sich beide Medienformen eher ergänzen als ersetzen.

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