Posts from: September 2008

Braucht die Blogosphäre das Gästebuch 2.0?

Mein Blog ist ein gutes Beispiel für hohe Anonymität im Internet. Ich kann die Statistiken sehen, weiß in etwa wieviele Menschen sich auf diesen Seiten bewegen, oder auch nur wegklicken. Aber es gibt Menschen da draußen, die lesen was ich so von mir geben. Schon allein das ist toll. Ich kann mich mit einfachen Mitteln einer kleinen Öffentlichkeit mitteilen.

Allerdings geht damit auch ein Problem einher, welches meiner Meinung nach das Wachstum gerade der deutschen Blogosphäre bremst. Blogs sind für Blogger. Und somit zu einem Großteil für Menschen die sowieso schon in der Szene drin sind. Für Aussenstehende ergibt sich oft nur ein geringer Mehrwert aus Blogs; und wenn es ihn gibt sind sich die meisten nicht sicher ob er ‘real’ oder vertrauenwürdig ist. Denn eigentlich schreibt da ja irgendjemand unzensiert was ihm gerade einfällt. Wie kann man sicher sein, dass er keinen Blödsinn schreibt und mich, den Leser hinters Licht führt? Für mich ist das eines der Gründe warum Blogs in Deutschland immernoch ein Schattendasein führen.

Aber wie könnte man dieses Problem lösen, oder zumindest einen Teil zu einer Lösung beitragen? Obwohl die Anonymität im Internet wichtig und richtig ist muss sie auf Blogs wohldosiert sein. Ein Blog dessen Autor nicht menschlich daherkommt und zu abstrakt ist, dem traut niemand. Ein Blog auf dem man alleine ist, ergo es keine Kommentare, keine Form des Austauschs vorhanden ist, interessiert nicht.

Gestern ging mir das einmal wieder durch den Kopf und ich habe überlegt ob es nicht sinnvoll wäre eine Plattform auf dem Blog zu haben auf dem sich jeder Benutzer Beitragsunabhängig zu erkennen geben kann. Das hat nicht nur Vorteile für den Blogger, der dadurch eine höhere Vernetztheit und eine Steigerung des eigenen Blogwertes durch geringere Anonymität gewinnt, sondern auch für den Schreiber, der dadurch  seinen eigenen Blog bekannter machen kann (nofollow free natürlich!).

Das ist allerdings wieder etwas von Bloggern für Blogger aber ich glaube, wenn es eine größere Sammlung dieser Einträge gibt, ist es auch für nicht Blogger interessant wer diesen Blog auf dem er gerade selbst surft auch noch liest. Das ist auch ein Qualitätsmerkmal. Es gibt natürlich Dienste wie Technorati und Rivva, die die Popularität eines Blogs anhand der Backlinks zählen, aber das ist man glaub es kaum (:)) ein Dienst für Blogger. Welcher deutsche Internetsurfer der keinen eigenen Blog schreibt ist bei Technorati angemeldet? Sicher nicht viele.

Irgendwann kam mir dann, dass es sowas ja schon längst gibt, das Gästebuch. Als meine Internetzeit irgendwann in den 90ern begann, hatte jede Webseite die etwas auf sich hielt ein Gästebuch. Aber mittlerweile ist es verpönt. In Gästebüchern wird halt zuviel gechatted und gespamed.

Ich glaube aber, dass man hier ansetzen müsste um ein System zu schaffen das Gästebuch wieder populär zu machen.

Wer die Idee gut findet oder mich und meine Idee bescheuert findet, kann sich ja mal zu Wort melden!

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Still standing: Die Erde

So, das LHC Experiment ist erfolgreich gestartet und die Welt steht, fliegt, schwebt, whatever noch immer. Eigentlich alles im grünen Bereich… Allerdings müssen sich jetzt die vielen Fanatiker ein neues Feindbild suchen um ihre Weltuntergangsangst öffentlich auszudrücken.

Wobei… das “echte” Experiment um die Higgs-Teilchen zu finden hat ja noch nicht stattgefunden. Ich hab zumindest keine Angst, warum sollte ich auch. Wenn die Erde implodiert oder in einem schwarzen Loch verschwinden kann mich sowieso niemand mehr vom Gegenteil überzeugen.

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HDR Tutorial: Making of Gate to Gold

Im folgenden will ich euch eine Schritt für Schritt Anleitung an die Hand geben wie ich vorgehe wenn ich ein HDR Bild erstelle.

Das fertige Bild sieht so aus:

Gate to Gold Final Image

Der erste Schritt eines HDR Bildes besteht darin die verschieden Belichtungen einer Szene in Photoshop zu einem HDR Bild zusammenzufügen. Dies kann auf zwei Wegen erreicht werden. Entweder ihr öffnet die 3 oder mehr Bilder einzeln in Photoshop und wählt unter Datei » Automatisieren » Zu HDR zusammenfügen… die entsprechenden Bilder aus, oder ihr wählt die Bilder in Bridge aus und öffnet sie mit Werkzeuge » Photoshop » Zu HDR zusammenfügen…

Nach meinen Erfahrungen geht die letztgenannte Möglichkeit schneller vonstatten, da sie die einzelnen Bilder nicht erst noch in Camera Raw öffnet, sondern sie direkt zu einem HDR zusammenfügt.

Im folgenden Menü könnt ihr eigentlich nur an einem Regler spielen. Diesen könnt ihr getrost ignorieren und den Dialog mit Ok bestätigen.

Die wirkliche Bearbeitung des HDR Bildes erfolgt über Bild » Modus » 16 Bit. Es ist auch möglich das Bild direkt in 8 Bit zu konvertieren, allerdings bedeuten mehr Bit immer mehr Möglichkeiten zu Korrektur!

Für das Beispielbild habe ich im folgenden Dialog diese Einstellungen verwendet:

HDR Konvertierung über lokale Anpassung

Wichtig ist in diesem Dialogfeld, dass ihr unter Methode die Lokale Anpassung wählt. Nur diese gibt euch Kontrolle über die Toning Kurve. Diese perfekt zu beherrschen erfordert einiges an Übung, welche auch ich bei weitem noch nicht habe. :) Probieren hilft wie immer! :)

Nachdem die Toning Kurve berechnet wurde sieht unser Beispiel Bild so aus:

Bild nach Berechnung der Toning Kurve

Ich habe jetzt zwar alles einigermaßen korrekt Belichtet, es fehlt jedoch Kontrast, Sättigung und ein bisschen Dramatik.

Um den Kontrast eines Bildes zu erhöhen gibt es eine schier grenzenlose Anzahl von Möglichkeiten. In unserem Beispiel habe ich drei davon verwendet. Zuerst habe ich mit dem Filter Unscharf maskieren gearbeitet. Diesen kann man nicht nur zum scharfzeichnen verwenden; auch zur Kontrasterhöhung ist er geeignet. Man wählt dazu einen hohen Radius über 200 Pixel und ein geringe Stäkr ezwischen 10 und 30.

In meinem Fall habe ich 15 und 250 verwendet. Das Ergebnis dieses Schrittes sehr ihr hier.

Kontraste erhöhen durch Unscharf maskieren

Der nächste Schritt ist eine Kontrasterhöhung über Kanalkorrektur. Wie diese funktioniert, habe ich bereits in einem Videotutorial gezeigt welches ihr im Tutorial-Bereich meiner Webseite findet. In diesem Fall habe ich den blauen Kanal durch den Roten ersetzt und sowohl den Rot-, als auch den Grünkanal mit Gradationskurven bearbeitet. Bei der entstandenen Ebene muss die Füllmethode auf Luminanz gesetzt werden um die durch die Korrektur entstandenen Farbverschiebungen auszublenden.

Das Ergebnis dieses Prozesses sieht so aus:

KOntrast erhöhen durch Kanalbearbeitungen

Hierbei sei noch angemerkt, das die Änderungen bisher eher subtiler Natur waren. Bei den Änderungen habe darauf geachtet den HDR typischen weißen Saum möglichst nicht zu verstärken. Wen dieser Saum nicht stört oder wer gerade diesen extremen HDR Look mag, go nuts! :P

Der dritte Weg um Kontrast zu erhöhen, ist etwas spezieller. Ich benutze ihn vor allem um mehr Kontrast die Wolken zu bekommen

Vor diesem Schritt habe ich alle Sichtbaren Ebenen auf eine neue Ebene kopiert (SHIFT+ALT+STRG+E). Falls eure Finger nach dieser Aktion noch heil sind, kopiert diese neu erstellte Ebene mit STRG+J zwei mal. Danach blendet ihr die obere Ebene erst einmal aus und markiert die dazwischen liegende.

Führt folgende Schritte aus: Bild » Bildberechnungen… Dort wählt ihr folgende Einstellungen:

Bildberechnungen

Die Füllmethode dieser Ebene setzt ihr nun auf Ineinanderkopieren. Der Trick um das ganze gut aussehen zu lassen ist der Gaußsche Weichzeichner. Also: Filter » Weichzeichnungsfilter » Gaußscher Weichzeichner…

Experimentiert hier ein wenig mit der Stärke, bis ihr mit dem Resultat zufrieden seid. Wählt danach die zuvor ausgeblendet Ebene darüber aus und setzt ihre Füllmethode auf Abdunkeln. Dadurch wird der Effekt nur auf den hellen Himmel begrenzt. Ist der Effekt zu stark, könnt ihr natürlich die Deckkraft der Ineinanderkopieren Ebene heruntersetzen bis es euch gefällt. Ich hatte die Deckkraft indiesem Fall auf 30% gesetzt.

Es ist Zeit für einen neuen Zwischenstand

Kontrast erhöhen durch Kanalarbeiten ;)

Als nächstes kommt die Allzweckwaffe Tiefen/Lichter unter Bild » Anpassungen » Tiefen/Lichter… zum Einsatz. Auch dieser, ich nennen es jetzt Filter, erfodert viel Fingerspitzengefühl. Bei mir sah das ganze so aus:

Tiefen/Lichter

Auch das Ergebnis kann sich inzwischen sehen lassen

Ergebnis nach der Tiefen/Lichter Bearbeitung

Als nächstes folgen Bearbeitungen im Lab Modus. Hier habe ich die Farben intensiviert und nochmal den Kontrast ein wenig erhöht. Da diese Schritt Platz für ein eigenes Tutorial bieten, verlinke ich einfach mein Eigenes auf DeviantArt. Hier!

Danach sieht das ganze so aus:

Nach der Lab Bearbeitung

Jetzt sieht das ganze schon ein wenig kraftvoller und dynamischer aus. :) Allerdings war mir der vordere Bereich am Gatter einw enig zu dunkel. Um dies zu ändern habe ich die Lab-Ebene dupliziert und ihre Füllmethode auf Negativ multiplizieren gesetzt. Diese Ebene habe ich mit einer Maske versehen und mit einem großen, weichkantigen Pinsel bearbeitet, um nur den Bereich am Gatter aufzuhellen.

Das Ergebnis sieht so aus:

Negativ multiplizieren mit Maske

Es folgen die abschließenden Schritte. Eine kleine Änderung der Farbbalance um ein wenig des grüns zurückzunehmen, eine Schärfung mit Hilfe des Hochpass Filters und eine Schwarzweiß Einstellungsebene um den Himmel abzudunkeln.

Diese Technik funktioniert so: Ihr erstellt eine neue Einstellungsebene über Ebene » Neue Einstellungsebene » Schwarzweiß… un bestätigt den Dialog ohne Änderungen vorzunehmen mit Ok. Dann setzt ihr die Füllmethode der Einstellungsebene auf Weiches Licht oder Ineinanderkopieren. Das Bild ist jetzt wieder farbig aber sehr dunkel. Öffnet die Einstellungsebene und ändert die Farbehelligkeit so wie ihr es haben wollt.

Bei mir sah das so aus:

Schwarzweiß Einstellungsebene

Ist euch der Effekt zu stark, einfach die Ebenendeckkraft zurückschrauben. Ich habe sie hier auf 40% gesetzt.

Hier nochmal das fertige Bild

Gate to Gold Final Image

Fazit

HDR ist bei weitem nicht jedermanns Sache und auch wenn ich es hier eher subtil gehalten habe muss das nicht jedem gefallen. Ich hoffe aber, dass auch die von euch welche nicht unbedingt etwas mit HDR anfangen können Nutzen aus diesem Tutorial ziehen können, da ich viele Techniken vorgestellt und angerissen habe welche auf jede Art von Bild angewendet werden können. Wenn euch dieses Tutorial gefallen habt, lasst es mich bitte Wissen :)

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