Einführung in die Farbräume RGB und Lab
Um das beste aus euren Bildern herauszuholen hilft es, mit den beiden genannten Farbräumen umgehen zu können. Jeder hat seine Stärken und Schwächen, jeder kann für unterschiedliche Bildmanipulationen verwendet werden. Im folgenden versuche ich in einfachen Worten zu erklären wie diese Farbräume aufgebaut sind und wie ihr dessen Struktur zu eurem Vorteil nutzen könnt.
RGB – Rot, Grün und Blau
Der RGB Farbraum besteht aus drei Kanälen; dem Rot-, Grün- und Blaukanal. Jeder Kanal beinhaltet sowohl Farb- als auch Detailinformationen. Schaut man sich die einzelnen Kanäle in der Kanalpalette in Photoshop genauer an, wird man starke Unterschiede feststellen. Kanäle werden in Photoshop immer als Graustufenbilder dargestellt. So ist der Rotkanal besonders in Bildbereichen in denen Himmel zu sehen ist, besonders dunkel; dies hängt damit zusammen, dass in diesen Bereichen wenig bis gar kein Rot im Bild vorhanden ist. Umgekehrt ist eine grüne Wiese im Blaukanal dunkel. Das selbe Prinzip kennt man von Masken. Für jeden Kanal stehen 255 Graustufen zur Verfügung. 0 ist schwarz und 255 ist weiß.
Euer Bild setzt sich aus der Verrechnung dieser drei Kanäle zusammen. Allerdings ist nicht jeder Kanal gleich wichtig. Da das Auge in bestimmten Farbbereichen mehr wahrnehmen kann als in anderen, sind auch die Kanäle unterschiedlich „präsent“. Der grüne Kanal hat den größten Einfluss auf euer Bild: 59% des fertigen Bildes setzen sich aus ihm zusammen. Rot und Blau liefern nur 30% beziehungsweise 11% der Detailinformationen. Das erklärt auch warum es möglich ist den blauen Kanal in vielen Anwendungsbereichen zu ignorieren oder gar zu löschen. Zu diesem Thema wird jedoch noch ein detallierter Artikel erscheinen.
Wenn euch diese Erklärungen zu abstrakt sind, könnt ihr ganz einfach selbst testen wie sich die drei Kanäle gegenseitig beeinflussen. Öffnet euer Farbauswahlwerkzeug. Dort habt ihr sechs Möglichkeiten, die von euch gewünschte Farbe auszusuchen. Ihr benutzt in diesem Fall den Bereich RGB. Ihr könnt in jedes der drei Felder eine Zahl zwischen 255 und 0 eintragen und beobachten wie sich die Farbe im linken Fenster verändert. Die Grundfarben sind: R 255 G 0 B 0 für Rot, R 0 G 255 B 0 für Grün; und wie Blau in Zahlen aussieht könnt ihr sicher selbst erraten. :) Sind alle drei Zahlen gleich erhaltet ihr immer ein Grau.
Lab – getrennte Kanäle für Farbe und Helligkeit
Um den Lab Farbraum nutzen zu können, müsst ihr euer RGB Bild konvertieren. Dies geht auf zwei verschiedene Arten: den schnellen und den besseren. Schnell geht es über Bild -> Modus -> Lab-Farbe. Wollt ihr ganz sicher sein, dass die Übersetzung von RGB in Lab verlustfrei und physikalisch korrekt verläuft müsst ihr das Bild über Bearbeiten -> In Profil umwandeln… in Lab konvertieren.
Der größte Unterschied zwischen RGB und LAB ist, dass die Informationen für Farbe und Helligkeit in seperaten Kanälen vorliegen.
Der L Kanal beinhaltet alle Helligkeitsinformationen; diesmal jedoch in Stufen von 0 bis 100. 100 ist weiß, 0 ist schwarz. Der a und b Kanal enthält die Farbinformationen eines Bildes. In diesen beiden Kanälen gibt es allerdings eine Besonderheit. Ihr Bereich geht nicht von 0 bis 100 oder von 0 bis 255 sondern von -100 bis +100.
-100 in Kanal a entspricht einem reinen grün, +100 einem reinen magenta. Im b Kanal ist es genauso, -100 ist blau, +100 gelb. Der Lab Farbraum setzt sich also aus Helligkeit und 4 Farben, welche in 2 Kanäle aufgeteilt sind zusammen.
Ich Wette ihr kennt ein ähnliches System. Im RAW-Converter oder Lightroom habt ihr die Regler Temperatur und Farbe. Diese Regler funktionieren nach dem selben Prinzip wie die beiden Kanäle in Lab.
Lab ist der logischere Farbraum. Es ist leichter Farben mit Zahlen auszudrücken, da es weniger abstrakt ist als in RGB. Mit ein wenig Übung lassen sich auf diesem Weg Farbstiche schneller und vor allem exakter erkennen und korrigieren. Irgendwann sieht man in den Zahlen die Farben. Aber auch dazu mehr in einem späteren Artikel ;).
Auch an dieser Stelle empfehle ich euch mit dem Farbauswahlwerkzeug von Photoshop zu spielen, um das Verhältnis der einzelnen Kanäle zueinander verstehen zu lernen.
Durch den Lab Kanal sind in vielen Bereichen genauere und vor allem weniger destruktive Manipulationen möglich. Zwei Beispiele: Will ich ein Bild in RGB schärfen, schärfe ich immer Detail und Farbinformationen, dadurch entstehen unschöne Halo-Effekte. Der Vorteil von Lab ist nun, dass ich hier beide Informationen getrennt vorliegen habe; ich kann also den L-kanal schärfen ohne die Farbinformationen mit einzubeziehen. Dies führt zu weniger unerwünschten Effekten und schützt vor Artefakten.
Natürlich ist Farbkorrektur in RGB möglich, jedoch werden durch Gradationskurven oder Farbverschiebungen immer auch die Helligkeitswerte manipuliert. In Lab habe ich beides getrennt und kann jede einzelne Farbe sehr gezielt verändern ohne die Helligkeit antasten zu müssen.
Weitere Techniken und Methoden wie man die Farbräume nutzen kann erfahrt ihr in späteren Artikeln. Ihr könnt mir auch gerne Anregungen und Verbesserungsvorschläge in den Kommentaren oder per E-Mail zukommen lassen.
Ich erhebe mit diesem Artikel keinen Anspruch auf wissenschaftliche Genauigkeit oder Vollständigkeit, er soll lediglich einen Einstieg in die Materie bieten.








[...] Von den aufrufen ist es eindeutig dieser: http://www.sebsn.de/2008/08/29/einfuhrung-in-die-farbraume-rgb-und-lab/ [...]